«Ich kann mir keinen Fehler mehr erlauben»
Nach 42 gespielten Partien ist Plüss bereits bei 22 Toren angelangt, einen besseren Wert haben in der NLA einzig Fredrik Pettersson (30 Tore) und Alexandre Giroux (25) vorzuweisen.
Nach 42 gespielten Partien ist Plüss bereits bei 22 Toren angelangt, einen besseren Wert haben in der NLA einzig Fredrik Pettersson (30 Tore) und Alexandre Giroux (25) vorzuweisen.
Dazu kommen 21 Assists. Mehr Punkte in einer NLA-Qualifikation gelangen Plüss bislang erst einmal, in der Saison 2001/02. «Man hat immer Schwankungen», sagt Plüss. «Ich spiele viel Powerplay, und dort sind wir sehr effizient. Dann ist die Chance höher, selber zu einem Tor zu kommen. Es kommt auch darauf an, mit wem du spielst. Das sind alles Sachen, die hilfreich sind. Man ist nicht immer alleine die alles entscheidende Figur. Wenn alles zusammenkommt, sieht meistens auch die Statistik besser aus.»
So oder so hat das Alter bei Plüss kaum Spuren hinterlassen. «Ich fühle mich nicht anders als vor fünf, sechs Jahren», so der Berner Teamleader. Dies liegt auch daran, dass er seit dem Wechsel von Kloten nach Frölunda im Jahr 2004 das Sommertraining individuell bestreitet. Dadurch ist es perfekt auf ihn zugeschnitten. «Das ist für mich sehr wertvoll. Ich weiss, dass es funktioniert», erklärte Plüss. Zudem kann er dank seiner Erfahrung effizienter trainieren, spürt «in gewissen Momenten den Körper noch ein bisschen besser».
Deshalb hat Plüss schweren Herzens die Weltmeisterschaften 2012 und 2014 ausgelassen. Er wollte zwar gehen, das Risiko wäre aber zu gross gewesen. «Ich brauche mindestens einen Monat Sommertraining. In dem Stadium der Karriere, in dem ich bin, kann ich mir in diesem Bereich keinen Fehler erlauben», sagte Plüss. Da es wegen dem intensiven Spielplan nur wenig richtige Trainingsblöcke gebe, sei es für einen älteren Spieler schon schwieriger als für einen jüngeren. «Du musst effizient trainieren, um das Niveau über längere Zeit zu halten.» Ein besonders wichtiger Faktor ist die Erholung. Plüss kann nicht gross Kompromisse eingehen und er ist darauf angewiesen, dass ihm die Familie den Rücken freihält. «Es ist ein Gratwanderung. Wer älter wird, will zum Teil härter trainieren, gleichzeitig braucht man aber mehr Regeneration.» Auf die Ernährung achtet er allerdings nicht speziell. «Ich esse nicht grundsätzlich anders als wenn ich keinen Spitzensport machen würde.»
Hat sich Plüss trotz Hoch im fortgeschrittenen Alter bereits Gedanken über die Zeit nach dem Sport gemacht? «Logisch. So wie ich es mache, liegt es jedoch nicht drin, dass ich nebenbei in eine Schule gehe oder arbeiten würde. Das hätte bei mir einen leistungsmindernden Effekt. Ich rede aber nur von mir. Ich will später etwas machen, bei dem ich davon profitieren kann, was ich in den letzten 20 Jahren gesehen und gelernt habe. Irgendetwas im Sport würde mich sicher reizen.» Vorerst konzentriert er sich aber auf den SCB. Die Berner führen die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an. «Wenn du über eine längere Zeit souverän spielst, bekommst du eine gewisse Gelassenheit», sagt Plüss. «Du wächst daran.»
«Es ist eine Gratwanderung. Wer älter wird, will härter trainieren, gleichzeitig braucht er aber mehr Regeneration.»
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