«Ich erwarte eine enge Tour»
Dario Cologna will die Tour de Ski, die heute im deutschen Oberstdorf beginnt, zum vierten Mal gewinnen. Als Topfavorit startet allerdings der Norweger Martin Johnsrud Sundby.
Dario Cologna will die Tour de Ski, die heute im deutschen Oberstdorf beginnt, zum vierten Mal gewinnen. Als Topfavorit startet allerdings der Norweger Martin Johnsrud Sundby.
Von Simon Steiner
Langlauf. – Dario Cologna hat die Tour de Ski schon dreimal gewonnen – so oft wie kein anderer Athlet. Dennoch steigt der 28-jährige Bündner diesmal nicht als Topfavorit ins Etappenrennen, dessen neunte Auflage heute in Oberstdorf mit einem vier Kilometer langen Prolog in freier Technik startet. Cologna kommt das ganz gelegen. «Ich bin nicht der grösste Favorit», sagte er gestern an der offiziellen Eröffnungs-Medienkonferenz mit einem vielsagenden Blick auf den Platz zu seiner Linken.
Sundbys Respekt vor Cologna
Dort sitzt Martin Johnsrud Sundby. Der 30-jährige Norweger ist nicht nur Weltcupleader, sondern auch Titelverteidiger. Dazu hat er die letzten drei Mini-Touren zu Saisonbeginn respektive -ende für sich entschieden. «Vor einem Jahr ist alles für mich gelaufen», sagt Sundby und zollt Cologna seinerseits Respekt. «Das wird keine einfache Sache gegen ihn. Die Tour de Ski dreimal zu gewinnen ist eine grosse Leistung.»
Tatsächlich scheint das Rennen offener, als es die letzten Resultate allein vermuten lassen. Colognas Chancen, sich nach 2009, 2011 und 2012 zum vierten Mal in der Siegerliste der Tour eintragen zu können, sind intakt. Nachdem Cologna aufgrund der Nachwehen seiner schweren Fussverletzung aus dem letzten Winter und einer Grippeerkrankung im Oktober mit einem Formrückstand in die Saison gestartet ist, fühlt er sich inzwischen deutlich stärker. «Vielleicht bin ich noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber ich habe über die Weihnachtstage gut trainiert», sagt Cologna, der die Wettkampfpause in Livigno und Davos verbrachte, ehe er am Neujahrstag zum Tour-Auftakt ins Oberallgäu reiste.
Zäsuren schon vor dem Finale
Ob er tatsächlich in der Verfassung ist, um den Gesamtsieg zu holen, weiss er selber noch nicht genau. «Mein Ziel ist es, das Maximum herauszuholen», sagt Cologna. «Meine Einstellung muss deshalb sein, die Tour gewinnen zu wollen.» Der dreifache Olympiasieger erwartet dabei eine knappere Entscheidung als in anderen Jahren. «Das könnte eine enge Tour werden», sagt er mit Verweis auf die drei Verfolgungsetappen, welche eine frühe Vorentscheidung unwahrscheinlich machen. Dennoch erwartet Cologna bis zur Schlussetappe in der Val di Fiemme mit dem traditionellen Aufstieg zur Alpe Cermis klare Zäsuren. «Ich hoffe, dass dann nur noch eine kleine Gruppe an der Spitze liegt und ich dazugehöre.»
Einziger Sprint im Münstertal
Nach den beiden Etappen vom Wochenende in Oberstdorf wird die Tour am Dreikönigstag mit einem Sprint in der Val Müstair fortgesetzt, wo Cologna aufgewachsen ist. «Darauf freue ich mich besonders», sagt er. «Ich habe gute Erinnerungen an die Premiere vor zwei Jahren.» Dass sein Heimrennen heuer der einzige Toursprint ist, kommt ihm entgegen, zumal er noch nicht über die gleiche Spritzigkeit verfügt wie in anderen Jahren. Je zwei Etappen stehen schliesslich in Tob-lach und in der Val di Fiemme auf dem Programm. Das traditionelle Verfolgungsrennen zwischen Cortina und Toblach kann wegen Schneemangels nicht stattfinden und wird nun als 25-km-Rennen auf einer 5-km-Schlaufe ausgetragen.
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