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Hoch über Juf, hoch über dem Alltag

Achtung: Es könnte gut sein, dass Sie rückfällig werden! Dass Sie nach dieser Tour, auf dem Heimweg im Postauto, gleich die Lust verspüren, am kommenden Wochenende nochmals hier hochzukommen – um gleich nochmals einen Gipfel oder einen einladenden Rücken zu erklimmen, den Sie während der Mittagspause erspähten.

Südostschweiz
23.02.14 - 01:00 Uhr

Das schneesichere Avers lockt mit alpinen und nicht zu schwierigen Schneeschuh- und Skitouren in stiller Berglandschaft

Von Heinz Staffelbach

<strong>Denn:</strong> Diese Tour, diese Region haben eine ganze Menge Vorzüge. Erst mal ist es die Höhe. Und damit die Schneesicherheit. Der Ausgangspunkt bei Juf liegt auf 2000 Metern, also etwa 400 Meter höher als Zermatt oder Davos. Und – ja – Juf ist die höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung Europas. Verglichen mit einer Höhe von, sagen wir, 1500 Metern ist damit die Zeit mit Schnee satte siebeneinhalb Monate statt nur fünf Monate. Doch bei aller Begeisterung – die wenigsten unter uns werden wohl siebeneinhalb Monate von zwölf mit Ski oder Schneeschuhen unterwegs sein wollen – man hat ja auch noch ein Bike im Keller und Wanderschuhe in der Kommode. Doch langer Rede kurzer Sinn: Die Tour ist recht schneesicher, und dank der Wolkenfronten, die diesen Winter meistens von Süden kamen, liegt im Avers zurzeit etwa doppelte soviel Schnee als im langjährigen Mittel.

<strong>Im Weiteren gibt es</strong> im Avers eine ganze Reihe schöner und doch nicht zu schwieriger Touren. Eine solche führt ins Bergalga-Tal und westlich hoch «Uf da Böda», eine lang gezogene Terrasse unter dem Bödengrat. Den Ausgangspunkt kurz vor Juf erreicht man leicht mit dem Postauto. Und weil dieses gleich vor dem Restaurant «Bergalga» hält, lässt sich hier bestens nochmals ein Kaffee geniessen.

<strong>Dergestalt gestärkt geht es,</strong> mit den Schneeschuhen oder den Tourenski, einige Meter hinab in den Talgrund, wo man den Juferrhein auf einer Brücke übersteigt, und weiter südlich ins Bergalga-Tal. Etwa zwei Kilometer nach dem Start, nachdem man das Tobel des Tscheischa-Bachs passiert hat, steigt man allmählich rechts (westlich) hoch. Durch einen eher steilen, aber doch nicht zu stotzigen Hang geht es nun ebenmässig ansteigend etwa 600 Höhenmeter aufwärts, bis man den Hochbalkon «Uf da Böda» erreicht. Mit einer Höhe von etwas über 2600 Metern ü. M. ist die Luft hier schon merklich dünner, aber da man das Tagesziel erreicht hat, kann man sich getrost das schönste Plätzchen an der Sonne aussuchen und das Panorama geniessen: dazu gehören im Süden das Gletscherhorn (3107 m), im Osten die lange Gipfelkette vom Werngahorn über die Grauhörner zum Piz Piot (alle um die 3000 m hoch) und im Norden die ganze Gipfelschar um den Piz Platta.

<strong>Für den Abstieg ins Tal gibt es</strong> meh- rere Varianten – entweder hinab zur Chalberhütta/Olta Stofel, oder man steigt weiter südlich, nach einigen Rüfen und Felsbändern, ab Richtung Punkt 2138 m. Von hier geht es durch den Talgrund wieder zum Ausgangspunkt.

<strong>Auch für Winterwanderer gibt es</strong> zwei schöne Möglichkeiten im Avers. Eine Route führt von Juppa ins Bergalga-Tal (drei Kilometer Hinweg), eine längere von Pürt via Juf zur Juferalp (sechseinhalb Kilometer Hinweg). Und wer gleich ein Wochenende im Avers verbringen möchte, findet in den Weilern eine ganze Reihe von Unterkünften.

Weitere Infos auf der Homepage www.heinz-staffelbach.ch

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