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Heute gehts um ein WM-Ticket, morgen um den Kaiser von Kitz

Puuhh. Auch die zweite Trainingsfahrt auf der «Pu», wie die Streif von den Einheimischen genannt wird, hat Patrick Küng überstanden – gut überstanden.

Südostschweiz
23.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Im obersten Streckenteil mit Mausefalle und Steilhang, in dem er in den letzten Jahren oft Mühe bekundet hatte, war er sogar sehr gut gefahren, und ganz unten von der Hausbergkante bis ins Ziel konnte er den Rückstand ebenfalls in Grenzen halten. Einzig im Mittelteil liefs dem 30-Jährigen nicht optimal.

«In der Fläche auf dem ein­fachen Streckenteil verliere ich zu viel Zeit. Das muss ich mit meinem Servicemann anschauen. Vermutlich müssen wir fürs Rennen einen anderen Ski aussuchen. Ich hoffe, ich habe noch ein schnelleres Paar im Schrank», erklärt der Glarner im Zielraum. Küng hatte den Steilhang am schnellsten zurückgelegt und war mit der höchsten Geschwindigkeit in den Alpweg eingefahren, verlor auf diesem Abschnitt auf den Schnellsten Bode Miller aber dennoch 0,44 Sekunden.

Die Passage beim Hausberg meisterte Küng dann wieder mit der fünftbesten Zeit. «Mein Gefühl war diesmal viel besser als in der ersten Trainingsfahrt vom Dienstag», erwähnte Küng. Damals hatte er Mühe mit der Sicht und sah die Unebenheiten nicht richtig. Für die Spezialabfahrt vom Samstag liegt somit einiges drin. Mit schnellem Material an den Füssen und blitzsauberem Fahren oben und unten sind die Chancen vorhanden, dass sich Küng zum Kaiser von Kitz krönt. Dass sein Servicemann Franz Nadig die schnellen Ski finden kann, hat er zuletzt in Wengen gezeigt. Mit einem Top-Ten-Platz wäre Küng zufrieden. «Ein Top-Ten-Platz kann ja vieles heissen», meinte Küng mit einem schelmischen Lächeln.

Vor dem grossen Showdown auf der spektakulärsten Abfahrt steht ­Patrick Küng heute eine andere Aufgabe bevor, die durchaus als delikat bezeichnet werden kann. Im Super-G (Start 11.30 Uhr) muss sich der Dritte des Super-G-Weltcups des vergangenen Winters noch das WM-Ticket ­sichern. Bisher steht erst der 10. Platz zum Saisonauftakt in Lake Louise auf Küngs Habenseite und damit die Hälfte der Selektionskriterien, die einen Platz in den Top 7 oder zwei Klassierungen unter den besten 15 fordern. Küng braucht also ein Top-Resultat. Nach den Ausfällen in den beiden letzten Rennen von Beaver Creek und Val Gardena dürfte das Vertrauen ein grosses Fragezeichen sein. Denn gerade beim Super-G gibt es kein Herantasten wie bei der Abfahrt. Eine Besichtigung und dann gilts ernst.

So viele Sekundenbruchteile verliert Patrick Küng im Training in Kitzbühel im Abschnitt Alpweg auf den Trainingsschnellsten Bode Miller.

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