Hänsel und Gretel knuspern am Häuschen der Churer Hexe
Wie jedes Jahr vor Weihnachten bringt die Freie Bühne auch in diesem Dezember ein Märchen zur Aufführung. An der Premiere am Samstag im Theater Chur hat sie die kleinen Zuschauer mit «Hänsel und Gretel und dr Hund und dr Bär» verzaubert.
Wie jedes Jahr vor Weihnachten bringt die Freie Bühne auch in diesem Dezember ein Märchen zur Aufführung. An der Premiere am Samstag im Theater Chur hat sie die kleinen Zuschauer mit «Hänsel und Gretel und dr Hund und dr Bär» verzaubert.
Von Maya Höneisen
Chur. – Erwartungsvolle Kindergesichter im Foyer des Theater Chur: Eine aufgeregte Schar harrte am Samstag vor der Premiere der Dinge, die da kommen sollten. Es wurde hin und hergerätselt, was wohl ein Hund und ein Bär mit der Geschichte von Hänsel und Gretel zu tun hätten, wie böse nun die Stiefmutter und die Hexe wirklich seien und ob wohl das Hexenhäuschen tatsächlich aus Lebkuchen gebaut sei.
Auf dem Programm der Freien Bühne Chur steht dieses Jahr «Hänsel und Gretel und dr Hund und dr Bär», ein Märchen nach den Brüdern Grimm von Tom Müller. Regie führen Lorena Jovanna und Viola Barreca.
Gretels List
Erzählt wird die Geschichte von zwei Kindern, die mit ihrem Vater, einem armen Holzfäller, und ihrer Stiefmutter in einem kleinen Häuschen mitten im Wald wohnen. Als die Not zu gross wird, überredet die Stiefmutter ihren Mann, die Kinder im Wald auszusetzen. Am nächsten Tag führen die Eltern die Kinder in den Wald und lassen sie da zurück. Hänsel hatte aber die Eltern belauscht und mit weissen Steinen eine Spur gelegt, um den Weg zurückzufinden. Der Plan der Stiefmutter misslingt. Ihr zweiter Versuch ist jedoch erfolgreich. Diesmal haben Hänsel und Gretel eine Scheibe Brot dabei, die Hänsel zerbröckelt und als Spur auslegt. Die Brotkrümel werden jedoch von den Vögeln aufgepickt. Die Kinder verirren sich. Sie finden ein kleines Häuschen im Wald, welches ganz aus Lebkuchen, Marzipan und Zucker gebaut ist. Im Häuschen wohnt eine Hexe. Sie macht Gretel zu ihrer Dienstmagd und sperrt Hänsel in einen Käfig, um ihn zu mästen und später aufzufressen. Mit viel List gelingt es Gretel, die Hexe selber in den Ofen zu verbannen und Hänsel zu befreien.
Der Autor Tom Müller hat der Originalfassung der Brüder Grimm zwei weitere Figuren hinzugefügt. Der Hund, in der Churer Dialektinszenierung gespielt von Sina Lerch, freundet sich mit den Kindern im Publikum und Hänsel und Gretel an und führt durch das Stück. Er ist ein gutmütiger Hund, ein bisschen ängstlich und gehört der Hexe. Im Wald trifft er auf den etwas tollpatschigen Hänsel (Mario Del Cubo) und das pfiffige, intelligente Gretel (Natascha Fritschi) und hilft ihnen, so gut er kann.
Die drei begegnen auch einem Bären (Eva Giger in einer Doppelrolle auch als Stiefmutter), der beweist, dass seine Spezies durchaus auch nett und hilfsbereit sein kann. Ein absoluter Höhepunkt im Spiel der von der Freien Bühne liebevoll inszenierten Geschichte ist die Hexe. Myriam Kohler spielt eine überkandidelte, perlenkettenbehangene Diva in schillerndem Ballonrock und mit knallpinken Haaren (Kostümdesign Bettina Treschl), die Hüfte schwingend über die Bühne rauscht, Hänsel mit Muffins füttert und es blitzen, krachen und donnern lässt. Mit ihrer starken Bühnenpräsenz hat sie das Publikum gleich vom Beginn ihrer Auftritte weg im Sack und dreht die abgrundtiefe Bosheit der Figur in umwerfende Komik um.
Eine bezaubernde Atmosphäre
Das fantasievoll gestaltete Bühnenbild von Klaus Stöckel, Ursin Caduff und Daniel Luginbühl führt die Zuschauer ins Holzfällerhäuschen, wo Hänsel und Gretel mit ihrem Vater (Martin Conrad) und der Stiefmutter wohnen. Täuschend echt steht das Lebkuchenhaus der Hexe auf der Bühne. Gut gemacht sind auch die Waldszenen. Tänzerinnen der Ballettschule Irina Cannabona geben dem Stück mit ihren Choreografien eine leichte, bezaubernde Atmosphäre. Sämtliche Dialoge im Stück sind der Originalfassung der Brüder Grimm entnommen. Müller hat sie in eine märchenhafte Komödie verpackt, die in der Churer Inszenierung mehr als einmal schmunzeln lässt.
«Hänsel und Gretel und dr Hund und dr Bär». Weitere Aufführungen: Samstag, 13. Dezember, 14 Uhr (ausverkauft) und 16.30 Uhr, Sonntag, 14. Dezember, 11 und 14 Uhr. Theater Chur. www.theaterchur.ch.
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