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Google schnappt sich Motorola-Sparte

Google kauft für 12,5 Milliarden Dollar die Motorola- Mobilfunksparte, um seine von Patentklagen belagerte Android-Plattform zu stärken. Der Internetriese greift für den Zukauf tief in die Tasche.

Südostschweiz
16.08.11 - 02:00 Uhr

New York. – Die 40 Dollar pro Aktie in bar sind ein stolzer Aufpreis von 63 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag. Android ist das führen- de Smartphone-Betriebssystem. Der Zukauf werde diesem einen kräftigen Schub verleihen, versprach Google-Chef Larry Page gestern. Der Mobilfunk-Pionier Motorola verfügt über eines der umfangreichsten Patent- Arsenale. Vor wenigen Wochen hatte Google den Bieterwettstreit um das Patent-Portfolio des gescheiterten Mobilfunk-Ausrüsters Nortel an Rivalen um Apple und Microsoft verloren.

Milliarden als Entschädigung

Android ist aktuell einer Reihe von Patentklagen von Konkurrenten ausgesetzt. Besonders brisant war zuletzt die Auseinandersetzung mit dem Software-Riesen Oracle, der bei Android eine Verletzung von Patenten für die Programmiersprache Java sieht und Milliarden als Entschädigung haben will. Ein Problem von Google ist dabei, dass der Internetkonzern relativ neu im Mobilfunkgeschäft ist und nicht über ein eigenes starkes Patent-Portfolio verfügt. Die Patente des Handy-Erfinders Motorola könnten Verhandlungsmasse liefern, um mit klagewilligen Rivalen zu einer Einigung zu kommen.

Partnerbeziehungen strapaziert?

Der Zukauf von Motorola werde das Patent-Portfolio von Google stärken, schrieb denn auch Page selbst in einem Blogeintrag. «Das wird es uns ermöglichen, Android besser vor wettbewerbsfeindlichen Bedrohungen von Microsoft, Apple und anderen Unternehmen zu schützen.» Motorola Mobility solle als eigenständiger Konzernteil agieren, betonte Google. Man werde mit allen anderen Android-Partnern weiterarbeiten. Eine Frage ist, ob der Deal das Verhältnis zu anderen grossen Android-Herstellern wie HTC oder Samsung strapazieren könnte.

Die Übernahme muss noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden und soll Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden. Das Geschäft dürfte eine besondere Aufmerksamkeit der Kartellwächter auf sich ziehen, die Google bereits zuvor genauer unter die Lupe genommen hatten. (sda/so)

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