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Glaronia startet schlecht ins neue Jahr

Punkte gegen Obwalden könnten am Ende besonders wichtig sein. Doch davon war Glaronia weit entfernt. Die Glarner NLB-Volleyballerinnen waren beim 0:3 chancenlos.

Südostschweiz
06.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Peter Aebli

Volleyball. – Ohne Corina Hinder, die ab sofort im Ausland weilt, und ohne Barbara Marxer, die mit dem liechtensteinischen Nationalteam unterwegs war, wollte Glaronia am Samstag in Obwalden punkten. Dafür stand Routinier Christine Cuennet wieder zur Verfügung.

Auch Sisi Rroco konnte endlich wieder mitspielen. Die italienische Zuspielerin, die sich im Februar des letzten Jahres eine schwere Verletzung an den Kreuzbändern zugezogen hatte, war vor der Partie allerdings skeptisch: «Ich kann keine Wunder vollbringen. Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben, aber ohne starke Teamleistung können wir nicht gewinnen.»

Von der Bestform weit entfernt

Rroco wurde denn von Spielertrainerin Thais de Azevedo Camargo auch erst im zweiten Satz ins Spiel gebracht, nachdem der erste Spielabschnitt mit 25:14 an die Einheimischen gegangen war. Rroco konnte nun einige Akzente setzen, doch um dem Spiel eine Wende zu geben, reichte es nicht.

Nicole Kamer und Lea Werfeli, die in den letzten Wochen gute Leistungen gezeigt hatten, waren nicht auf der Höhe. So wenige Punkte wie in diesem Spiel hatte man von ihnen schon lange Zeit nicht mehr gesehen. Da reichte es nicht aus, wenn sich Spielertrainerin De Azevedo Camargo verausgabte, allerdings manchmal auch etwas zu viel wollte.

Im zweiten Satz gelang es Glaronia mit starkem Service Druck zu machen. Nun spürte man, dass das junge Obwaldner Team zu bezwingen wäre. Glaronia hätte es jetzt in der Hand gehabt, doch die Chance wurde vertan. Vielleicht hatten sich die Glarnerinnen selbst zu sehr unter Druck gesetzt, vielleicht wollten sie auch einfach zu viel.

Gerade in einfachen Spielsituationen verstanden sie es meisterhaft, den Punkt doch noch durch einen Eigenfehler an die Gegnerinnen abzugeben. Obwalden liess sich nicht zweimal bitte, holte den Rückstand auf und gewann auch den zweiten Satz.

Keine spielerischen Mittel gefunden

Was man jetzt sah, war ein verzweifeltes Anrennen der Glarnerinnen, das zumeist erfolglos blieb. Nun stand auch der Block der Innerschweizerinnen ausgezeichnet, so dass die bislang guten Angriffe der Glarner Spielertrainerin ebenfalls gestoppt wurden. Einzige scharfe Glarner Waffe war noch Sanja Nikolovska bei Angriffen über die rechte Position. Doch allein damit war Obwalden nicht zu schlagen.

Beeindruckend zu beobachten war, wie Volley Obwalden beherzt um jeden Ball kämpfte, manchmal in aussichtslosen Situationen. Glaronia bekam besten Anschauungsunterricht, wie man auch als mittelmässiges NLB-Team siegen kann, wenn man seine letzten Reserven mobilisiert.

Es geht um die Existenz in der NLB

Im Moment scheint der Biss zu fehlen. Volleyball spielen kann Glaronia, das hat es mehrfach beweisen. Doch in den nächsten Spielen geht es um die Existenz in der NLB. Und dafür müssen andere Ziele untergeordnet werden. Wenn Spielwitz und taktische Intelligenz nicht ausreichen, muss eben der Kampf gesucht werden. Wenn man sich von einem ausgeglichenen, aber nicht überragenden Team nach drei Sätzen einfach so nach Hause schicken lässt und dann zur Tagesordnung übergeht, fehlt noch einiges, um im harten Abstiegskampf bestehen zu können.

Obwalden – Glaronia 3:0 (25:14, 25:18, 25:20)

Vereinshalle Sarnen – 130 Zuschauer. – SR Gründel/Maciej.

Spieldauer: 64 Minuten.

Obwalden: Spichtig, Iten, Wigger, Meier, Zita Rohrer, Michel, Zumstein, Esther Rohrer, Egger, Schulz, Krummenacher, Böbner.

Glaronia: Hauri, Nikolovska, Anja Knobel, Carina Knobel, Cuennet, Rroco, Werfeli, Kamer, de Azevedo Camargo (Spielertrainerin).

Bemerkungen: Glaronia ohne Hinder (Ausland) und Marxer (Nationalteam Liechtenstein).

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