×

Glarner Fotograf gibt Bergen ein Gesicht

Der Glarner Fotograf Samuel Trümpy zeigt in Zürich eine Bilderserie. Während er bei seinen Porträts nahe herangeht, ermessen seine Bergbilder schroffe Wände aus der Distanz und zeigen sie in dramatischem Schwarzweiss.

Südostschweiz
05.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Fridolin Rast

Zürich/Glarus. – Der 28-jährige Glarner Fotograf Samuel Trümpy stellt an der Photo 15 aus. Er ist damit zum zweiten Mal an der Ausstellung in den Maag-Hallen in Zürich präsent, die vom Freitag, 9. Januar, bis Dienstag, 13. Januar, stattfindet. «Der Veranstalter hat eine Bergbilder-Serie auf meiner Website entdeckt und mich eingeladen, diese auszustellen», freut sich Trümpy.

Die Ausstellung sei eine gute Plattform, dem grossen Publikum seine Bilder zu zeigen, erklärt er. Haben doch die Veranstalter an der Photo 14 über 23 000 Besucherinnen und Besucher gezählt und organisieren nun die zehnte Ausstellung (siehe Box).

Rauer Fels und mysteriöse Nebel

Auf den digital bearbeiteten Schwarzweiss-Bildern ist etwa der Wiggis zu sehen – «mein Lieblingsberg», sagt Trümpy dazu. Andere zeigen die Klus oberhalb des Urnerbodens und Aufnahmen aus dem Schächental. Er bezeichne sich nicht als Landschaftsfotografen, er mache diese Bilder eher nebenher, erklärt er: «Es ist für mich ein neues Kennenlernen der Heimat anhand der ‘ruuchen’ Felsformationen und von Wolken und Nebel.» Sie verstärkten den Kontrast der Landschaft und liessen sie manchmal etwas düster erscheinen.

Hauptsächlich macht Samuel Trümpy Auftragsarbeiten und immer wieder Porträtserien, wie er erklärt. So wird er voraussichtlich im Februar wieder in den Senegal reisen. Dort hat er in der Stadt M’Bour, etwa 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Dakar, schon Porträts von Marabouts, Lehrern, Verkäufern, Frauen und Kindern fotografiert. Eine Porträtserie daraus ist aktuell in der Glarner Buchhandlung Wortreich zu sehen.

Trümpy begleitet auch immer wieder den Bauern Paul Hefti (Ruästel Paul) in den Ennetbergen, wie er erzählt. Ebenso Fabia, eine junge Frau mit einer Behinderung. Und er arbeite an einer Porträtserie von ehemaligen Verdingkindern, sagt er: «Sie liegt ein wenig auf Eis, aus Unsicherheit darüber, wie ich sie publizieren kann.»

Vielfältiges fotografisches Schaffen

Nach einem besonderen Tipp für die Ausstellung gefragt, empfiehlt Samuel Trümpy den Reportagefotografen Christian Bobst aus Zürich. Er arbeite nach längerer Tätigkeit in Werbeagenturen seit 2010 als Freelancer und ist regelmässig für Hilfswerke, Zeitungen und Magazine unterwegs.

Neben der Werkausstellung findet das Photoforum 2015 statt. In diesem Vortragsprogramm referiert etwa am Freitag, 9. Januar, um 20 Uhr, James Nachtwey, der wohl bekannteste Kriegsfotograf der Welt.

Lieblingsberg: Von der Ennetbergstrasse aus zeigt sich das Wiggismassiv mit Deyenstock und Auerenalp – hinter wilden Wolken und Nebeln verhüllt.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Zeitung MEHR