Gewerkschaft verschärft Ton gegen die Swiss
Luftfahrt Es wird bei der Swiss keine Lohnerhöhungen für das Bodenpersonal geben. Die Gewerkschaft bezeichnet dies als Provokation.
Luftfahrt Es wird bei der Swiss keine Lohnerhöhungen für das Bodenpersonal geben. Die Gewerkschaft bezeichnet dies als Provokation.
sda. Die Lohnverhandlungen für das Swiss-Bodenpersonal haben mit einer Nullrunde geendet. Für die Gewerkschaft SEV-Gata setzt die Fluggesellschaft ihren Konfrontationskurs fort. Die Swiss zeigte sich überrascht von der Gewerkschaftskritik: «Obwohl das Personal eine angemessene Lohnforderung stellte, und trotz gutem Geschäftsverlauf lässt die Swiss die Lohnverhandlungen für das Bodenpersonal scheitern», schreibt die Gewerkschaft in ihrer gestrigen Mitteilung. Die Swiss beharre aber darauf, keine Lohnverbesserungen vorzunehmen, und zahle eine Weihnachtsprämie von 500 Franken pro Mitarbeitenden.
Die Gewerkschaft erklärte weiter, dass die Swiss ihre Mitarbeitenden fortlaufend provoziere. Dies zeige sich bei der problematischen Umsetzung des neuen Gesamtarbeitsvertrages (GAV): Erst auf Druck der Gewerkschaften habe durchgesetzt werden können, dass Swiss die vertraglich vereinbarte Bereitschaft und Pflicht zu Lohnverhandlungen überhaupt eingehalten habe, lässt die Gewerkschaft verlauten.
Langes Ringen um einen GAV
Ein Konflikt zwischen der Swiss und den Gewerkschaften des Bodenpersonals schwelt seit längerer Zeit: Erst im vergangenen Mai kam im zweiten Anlauf ein neuer GAV für das Bodenpersonal zu Stande. Der GAV trat per 1. Juli dieses Jahres in Kraft. Dieser sieht unter anderem eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 42 Stunden und die Erhöhung des Pensionsalters von 63 auf 64 Jahre vor. Die Personalverbände konnten umgekehrt erwirken, dass die Basissaläre generell um 1 Prozent erhöht und individuelle Leistungsprämien gewährt werden. Eine Swiss-Sprecherin zeigte sich denn auch überrascht «über die Heftigkeit der Gewerkschaftsaussagen». Aufgrund der Verbesserungen, die im neuen GAV Mitte Jahr beschlossen worden seien, sowie der rückläufigen Teuerung seien die Löhne im Dezember nicht nochmals erhöht worden. Der neue GAV sehe ausserdem bereits eine flächendeckende Lohnerhöhung von 1 Prozent sowie individuelle Lohnerhöhungen von bis zu 1,5 Prozent vor. Zudem enthalte der GAV einen zusätzlichen Ferientag.
Darwin klagt bei Weko gegen Swiss
Neben dem Konflikt mit der Gewerkschaft muss sich die Swiss ebenfalls mit einer Konkurrentin auseinandersetzen: Die Schweizer Regionalfluggesellschaft Darwin Airline, die unter der Marke Etihad Regional fliegt, kritisiert das Konkurrenzverhalten der Swiss. Sie hat deshalb laut einer gestrigen Medienmitteilung eine Klage bei der Wettbewerbskommission (Weko) deponiert. Darwin Airline beklagt konkret, dass die Swiss nach der Ankündigung der geplanten Übernahme von einem Drittel des Kapitals durch Etihad mit einer Reihe von missbräuchlichen Massnahmen versucht habe, Darwin aus dem Schweizer Markt zu verdrängen.
Nach der Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen der Schweizer Regionalfluggesellschaft Darwin Airways und der arabischen Etihad Airways hatte die Swiss tatsächlich unter anderem die Zusammenarbeit mit Darwin auf der Strecke Zürich–Lugano aufgekündigt. Die Schweizer Airline setzte auf diesen Strecken stattdessen Flieger der österreichischen Fluggesellschaft Tyrolean Airways ein. Darwin Airline hatte in dieser Angelegenheit bereits Mitte Oktober in einem Brief an das Bundesamt für Zivil-Luftfahrt (Bazl) Kritik an der Swiss geübt. Reklamiert wurde dabei eine Verletzung der Luftverkehrsabkommen zwischen der Schweiz, der EU und Österreich. Das Bazl erklärte daraufhin, die Swiss umgehe keine Verkehrsrechte. Auch die Swiss zeigte sich in einer Stellungnahme überrascht von der Klageankündigung von Darwin. Die Vorwürfe würden geprüft, sobald sie der Swiss offiziell zugestellt worden seien.
Das Bazl hat auch die Kooperationsverträge zwischen Etihad und Darwin überprüft und diese grundsätzlich akzeptiert. Kritisiert wurde jedoch, dass das Kooperationsmodell eine zu starke finanzielle Abhängigkeit von Etihad beinhalte. Darwin hat nun bis Ende Januar 2015 Zeit, Stellung zu nehmen und Korrekturmassnahmen vorzustellen. Bis zu diesem Termin kann Darwin laut Bazl den Flugbetrieb normal weiterführen.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.