Genfer sind erneut im Final
Eishockey Genève-Servette steht wie im Vorjahr im Final des Spengler-Cups. Für ihren 6:5-Erfolg gegen das Team Canada hatten die Grenats indes zu leiden.
Eishockey Genève-Servette steht wie im Vorjahr im Final des Spengler-Cups. Für ihren 6:5-Erfolg gegen das Team Canada hatten die Grenats indes zu leiden.
Telegramm
Servette – Team Canada 6:5 (2:0, 3:3, 1:2)
6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR Eichmann/Kurmann, Espinoza/Kaderli. – Tore: 9. Pestoni (Picard) 1:0. 20. (19:40) Tom Pyatt (Lombardi, Taylor Pyatt) 2:0. 27. (26:46) Loeffel (Tom Pyatt/Ausschluss Tambellini) 3:0. 28. (27:04) Bouillon (Almond) 4:0. 31. (30:25) Kast (Rubin/Ausschluss Lombardi!) 5:0. 31. (30:54) Hedden (DuPont, Walser) 5:1. 37. Parent (McCarthy) 5:2. 40. (39:26) 5:3. 42. Giroux (DuPont/Ausschluss Bouillon) 5:4. 46. Loeffel (Jacquemet/Ausschluss Genoway) 6:4. 51. Pouliot (Giroux/Ausschlüsse Wick; Walser) 6:5.
si. Derweil der HCD zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Monaten im Penaltyschiessen an einem russischen Widersacher (3:4 gegen Ufa) scheiterte, kam Genf in den Genuss einer angenehmeren Déjà-vu-Erfahrung. Erneut eliminierte der NLA-Sechste das Team Canada, abermals auf turbulente Weise – und wieder mit dem gleichen Resultat von 6:5. Dank dem siebten Sieg in Folge beim Prestige-Event besitzt das Team von Trainer Chris McSorley die Perspektive, die Trophäe erfolgreich zu verteidigen – das gelang letztmals den Selects vor elf Jahren. Gegen Ufa beginnen die Servettiens nicht als Aussenseiter. Ihre vier Siege umfassende Serie gegen KHL-Teams ist eine gute Empfehlung für den nächsten Triumph.
Aufsässiges Kanada
Als Timothy Kast für Genève-Servette in Unterzahl sein Solo mit der gekonnten Finte zum 5:0 abschloss, drohte dem zwölffachen Turniersieger eine Demütigung. Eine Fortsetzung des Westschweizer Festspiels liessen die im Stolz verletzten Kanadier indes nicht zu. Elf einigermassen akzeptable Minuten genügten ihnen zur Rehabilitierung.Selbst Loeffels Befreiungsschlag (6:4/46.) blieb nicht unbeantwortet. Die «Canucks» liessen sich partout nicht abschütteln. Sie fanden dank ihrer Passion und wilden Entschlossenheit immer wieder einen Weg, den für einmal nicht sonderlich stilsicheren Genfer Goalie Janick Schwendener in Bedrängnis zu bringen. Und nach Pouliots 5:6 vergab Tambellini gar den Ausgleich. Mit einem Comeback in diesem Stil war nicht mehr unbedingt zu rechnen gewesen. Die im Schnitt über 30-jährige NLA-Auswahl hatte schon am Vorabend gegen Helsinki (vom 0:2 zum 5:2) einen Kraftakt zu bewältigen. Wie sich die neben dem HCD im Kurort populärste Equipe gegen das Ausscheiden auflehnte, war bemerkenswert und wird ihr im Sympathie-Ranking weitere Punkte eintragen.
Das faszinierende Crescendo
Das bis zur Spielhälfte beeindruckende Genfer Crescendo löste einer aus, der nur bis Ende Jahr zum Kreis der Servettiens zählt, seit seiner Ankunft aber fast nur brillierte: Inti Pestoni, Ambris Leihgabe, markierte im dritten Spiel den dritten Treffer. Der Tessiner verursachte im Team der Selects früh eine Unordnung, die für die Nordamerikaner nur mit erheblichem Aufwand zu beheben war. Unmittelbar vor der ersten Pause doppelten die im ersten Teil der Partie kaum zu bremsenden Westschweizer nach. Mit einer Doublette innerhalb von 18 Sekunden verschärften die Grenats die Probleme der zeitweise komplett ausmanövrierten Kanadier. Für den AHL-Keeper Drew MacIntyre endete der Halbfinal mit einer Slapstick-Einlage – einen leicht abgefälschten Schuss Bouillons liess der Goalie der Charlotte Checkers regungslos passieren. Guy Boucher ersparte ihm weitere peinliche Momente und griff in der sportlichen Not auf seinen SCB-Backup Nolan Schaefer zurück. Obschon Boucher im Schlussdrittel alles unternahm, waren die Genfer Spengler-Cup-Spezialisten gleichwohl nicht aufzuhalten. Sie verspielten zwar eine klare Führung, aber schafften den erneuten Final-Einzug dennoch.
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