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Genève-Servettes Imagepolitur geht weiter

eishockey Genève-Servette hat sich beim Spengler-Cup wie im Vorjahr direkt für die Halbfinals qualifiziert. Das?3:1 gegen Jokerit ist ein weiterer internationaler Höhepunkt der Genfer Klubgeschichte.

Südostschweiz
29.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Genève-Servette – Helsinki3:1 (1:0, 0:1, 2:0)

6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR Piechaczek (De)/Wiegand, Fluri/Kohler. – Tore: 7. Romy (Lombardi/Ausschluss Hächler) 1:0. 34. Lajunen (Omark, Koukal/Ausschhluss Kast 1:1). 42. Pestoni (Vukovic) 2:1. 48. Taylor Pyatt (Tom Pyatt/Ausschluss Koukal) 3:1. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5-mal 2 plus 10 Minuten (Omark) gegen Jokerit. – Genève-Servette: Schwendener; Loeffel, Mercier; Vukovic, Iglesias; Bezina, Antonietti; Bouillon; Rubin, Taylor Pyatt, Tom Pyatt; Picard, Romy, Jacquemet; Pestoni, Lombardi, Almond; Wick, Kast, Traber; Gerber. – Jokerit Helsinki: Karlsson; Lajunen, Ohtamaa; Gunderson, Väänänen; Jaakola, Saari; Hächler, Maurer; Moses, Koukal, Omark; Huhtala, Wirtanen, Aaltonen; Pöysti, Harju, Sallinen; Rita, Mäki, Ben-Amor. – Bemerkungen: Genève-Servette ohne Mayer (rekonvaleszent), D’Agostini (verletzt), Trutmann, Rivera, Untersander, Douay (alle überzählig), Rod, Descloux (beide U20-WM), Ranger (nicht im Aufgebot), Jokerit ohne Hagman, Hahl, Kapanen, Sillanpää, Peltola (alle überzählig). 33. Pfostenschuss von Kast. Genève-Servette von 38:05 bis 38:15 ohne Goalie.

si. Mit einem Ritt auf einem wilden Pferd verglich Chris McSorley die überzeugende Performance. «Das ist ein weiterer grosser Effort für unseren Klub», räumte der kanadische Coach und Manager der Genfer dem Erfolg gegen das KHL-Topteam einen hohen Stellenwert ein. Mit seinen taktischen Inputs und Massnahmen trug der smarte Stratege massgeblich zum Coup bei. Der letztjährige Spengler-Cup-Sieger hat sein internationales Palmarès innerhalb von zwölf Monaten mit einer erstaunlichen Serie von positiven Resultaten gegen hoch dotierte Vertreter der besten europäischen Liga aufgewertet: Im vergangenen Dezember fand der ZSKA Moskau zweimal kein Mittel, nun verteidigten die Westschweizer ihre Poleposition gegen Ufa (3:2) und Jokerit erfolgreich.

Im ersten Drittel dominierte der NLA-Sechste phasenweise krass – 17:4 Torschüsse verdeutlichen die Vorteile. Jokerit kam erst nach dem Powerplaytor Lajunens (34.) vorübergehend auf, ehe Ambris erneut überragende Leihgabe Inti Pestoni einen Konter mit dem zweiten Turniertor abschloss. Eine finnische Reaktion blieb nahezu aus. In der 48. Minute stellte Taylor Pyatt den Kontrahenten mit dem 3:1 endgültig vor unumstössliche Tatsachen.

Werbung für Schweizer Hockey

Fahren die Servettiens im gleichen Stil fort, muss sich Turnierchef Fredi Pargätzi über die Vergabe des zweiten Schweizer Startplatzes keine weiteren Gedanken mehr machen. «Sie zeigen, was mit einer perfekten Einstellung und Vorbereitung alles machbar ist. Genf nützt die Plattform perfekt.» Die Genfer ihrerseits betrachten das global bekannteste Klubturnier auch als Chance, ihre Organisation gesamtschweizerisch in einen positiveren Zusammenhang zu rücken. «Im deutschsprachigen Raum hat Servette vielleicht kein so gutes Image. Wir wollen daran arbeiten und zeigen, dass wir nicht nur immer die Bösen sind, sondern auch gutes und erfolgreiches Hockey spielen können», betonte Daniel Rubin.

Seit dem Ende seines missratenen Intermezzos beim SCB kommt Rubin wieder eine tragende Rolle zu. Zusammen mit den Pyatt-Brüdern orchestriert der Stürmer das Offensivspiel. «In Genf fühle ich mich wohl. Ich bin auf dem Weg zurück, mein altes Niveau wieder zu erreichen.» Er profitiere dabei auch enorm von der minutiösen Arbeit seines Trainers.

Jokerits geringer Output

Noch ist für Jokerit trotz der 18. Niederlage im 26. Spengler-Cup-Spiel das frühzeitige Out abzuwenden. Die Konstellation hat sich aber weiter zu Ungunsten der Finnen verändert. Im dritten Spiel innerhalb von 72 Stunden dürfte der Energiehaushalt zum Thema werden. Gegen Ufa (3:4) hatte der sechsfache Champion von Suomi vergeblich viel investiert und beklagte das Pech, dass bei Salawat ausgerechnet die finnischen Professionals einen regelrechten Kürlauf inszenierten. Jari Kurri, die NHL-Legende (Artikel auf Seite 15) führt den Klub als Generalmanager, hatte schon vor dem Duell mit den Grenats vom «schwierigen Spielplan» gesprochen: «Das ist für uns jetzt auch eine mentale Herausforderung.» Linus Omark beispielsweise bewältigte die Challenge mangelhaft. Der schwedische Trickser zog wertlose Puck-Akrobatik einem entschlossenen Vorstoss permanent vor. Nicht nur bei ihm war dann und wann eine Konzentrationslücke auszumachen. Mit einem derart geringen Output hätte die nordländische Delegation gleichwohl nicht gerechnet. Helsinki spielt seit dem Transfer in den Osten eine dominante Rolle – in der besten Liga ausserhalb der NHL ist das Ensemble gegenwärtig unter den Top 4 klassiert.

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