Geklatscht wird noch schnell einmal
Skilager für alle, aber pronto! So etwa lässt sich die Forderung des obersten Bündner Touristikers zusammenfassen. Für seine Idee einer obligatorischen Schneesportwoche für alle Schülerinnen und Schüler erntete Präsident Marcel Friberg am Neujahrsempfang der Branchenorganisation Graubünden Ferien am Montag Applaus – auch von den zahlreich zu Reden, Schinkengipfeli und Röteli aufmarschierten Politikerinnen und Politikern.
Skilager für alle, aber pronto! So etwa lässt sich die Forderung des obersten Bündner Touristikers zusammenfassen. Für seine Idee einer obligatorischen Schneesportwoche für alle Schülerinnen und Schüler erntete Präsident Marcel Friberg am Neujahrsempfang der Branchenorganisation Graubünden Ferien am Montag Applaus – auch von den zahlreich zu Reden, Schinkengipfeli und Röteli aufmarschierten Politikerinnen und Politikern.
Von Olivier Berger
Momentaufnahme: Die Zukunft des Schneesports in Graubünden ist gerettet.
Klatschen ist eines, etwas tun ein anderes. Fribergs Idee ist nicht neu: Eine entsprechende Motion des Freiburger CVP-Nationalrats Dominique de Buman liegt derzeit bei der zuständigen Kommission des Ständerats; die grosse Kammer hat den Vorstoss bereits gegen den Willen des Bundesrats überwiesen. Die Landesregierung bemängelt, de Buman greife mit seiner Motion zu stark in die födera- listischen Rechte von Kantonen und Gemeinden ein. Der Ausgang der Debatte ist derzeit offen.
Die Bündner Politik, die am Montag so eifrig geklatscht hat, hat es jetzt in der Hand. Entweder sie vergisst ihre Begeisterung über den Vorschlag obligatorischer Skilager umgehend wieder und versteckt sich hinter allerhand Paragrafen. Oder sie macht Ernst mit der Förderung junger Skifahrerinnen und jugendlicher Snowboarder – etwa durch entsprechende Vorstösse in ihren jeweiligen Gemeinden, die letztlich zuständig sind. Allerdings hat in der Vergangenheit die Debatte über den flächendeckenden Einheimischentarif bei den Bergbahnen gezeigt: Geklatscht wird schnell einmal – das hat noch nichts zu sagen.
oberger@suedostschweiz.ch
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