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Gedanken zum Jahreswechsel von Bezirksammann Fuchs

Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Der Jahreswechsel bietet sich an, kurz innezuhalten, den Blick zurück in die Vergangenheit und nach vorne in die Zukunft zu richten.

Südostschweiz
30.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

«Rückmeldungen sind unverblümt und zuweilen hart.»

So nehme auch ich diese Gelegenheit wahr, einige Gedanken rund um unseren Bezirk zu äussern.

Der Bezirk Küssnacht hat wohl schon bewegtere Jahre hinter sich als das Jahr 2014. Zumindest aus Sicht des Bezirksrats war es eher ein ruhiges Jahr. Trotz der beiden Bezirksratswahlen und der entsprechenden Wechsel in den Ressorts konnte der Betrieb der Verwaltung und des Rats in gewohnter Weise weitergeführt werden, und es darf festgestellt werden, dass die anstehenden Aufgaben konzentriert und bedacht angepackt wurden. Nach etlichen Jahren mit vielen Planungs- und Ausführungsarbeiten galt es und gilt es auch in den kommenden Jahren, das Angefangene zu realisieren und zu vollenden. Grosse Bauten wie der Werkhof wurden fertiggestellt, andere wie das Alters- und Pflegeheim Sunnehof begonnen, der Baustart der Südumfahrung steht im Frühling des kommenden Jahres bevor. Dass neben diesen Grossprojekten die notwendigen Investitionen in unsere bestehende Infrastruktur nicht zu kurz kommen werden, zeigt sich im überzeugten Ja der Bürgerinnen und Bürger zu den Erweiterungen der Schulhäuser Merlischachen und Dorfhalde. Rund um die eigenen Bauten, aber auch durch Bautätigkeit privater Investoren entsteht viel Arbeit für die Verwaltung, die unterschiedlichen Kommissionen und den Bezirksrat. Doch nicht nur das Bauwesen ist komplexer und vielschichtiger geworden, die Ansprüche der Bevölkerung an eine moderne Verwaltung sind allgemein hoch, die Rückmeldungen direkt, unverblümt und zuweilen hart. Druck und Tempo haben in der Privatwirtschaft und natürlich auch in der Bezirksverwaltung zugenommen. Für mich steht daher heute nicht die Frage im Raum, ob und wie mehr Arbeit erledigt werden kann, sondern welche Hilfsmittel dazu führen, dass diese in gewohnter und verlangter Qualität termingerecht geliefert werden kann. Dabei soll weder mehr Personal notwendig sein noch die Arbeitsbelastung der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu hoch werden. Der Bezirksrat und die Verwaltungsleitung haben daher beschlossen, im nächsten Jahr die elektronische Geschäftsverwaltung einzuführen. Mit diesem gut strukturierbaren Hilfsmittel erhoffe ich mir mehr Effizienz und Effektivität, sowie ein übersichtliches Controlling der Prozesse.

Dichtestress ist zum Unwort des Jahres 2014 gekürt worden. Diesen gäbe es nämlich gar nicht in der Schweiz, so die eher lapidare Begründung einer entsprechenden Jury. Es mag sein, dass die U-Bahn in New York während der Rushhour noch voller ist als unsere Züge. Und dennoch empfinde ich Züge und Strassen bei uns nicht nur während der Stosszeiten oft als überfüllt. Vermutlich bewegen wir uns einfach zu viel, pendeln zur Arbeit in die Zentren nach Zug, Luzern oder Zürich. Der Bezirk Küssnacht ist – wie andere Orte auch – sehr stark gewachsen, da können ja gar nicht alle hier Arbeit finden. Und logischerweise beginnen die meisten morgens zu arbeiten und gehen (hoffentlich) am Abend zeitig nach Hause zu ihren Familien. Ich glaube nicht, dass dieses Phänomen in der nächsten Zeit wieder abnehmen wird.

Also bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die Transportkapazitäten zu erhöhen. In erster Linie steht hier die konsequente Förderung des öffentlichen Verkehrs, welcher diskussionslos eine grössere Durchflusskapazität schafft als der Individualverkehr und zudem eine geringere Umweltbelastung aufweist. Anderseits soll der Verkehr fliessen und vor allem unser Dorfzent­rum umfahren. Dafür wird die Südumfahrung in den nächsten Jahren gebaut werden. Ob am zweiten Abschnitt weitergeplant werden soll, werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im kommenden Jahr entscheiden. So oder so wird dieses «Jahr­hundert­projekt» uns in den kommenden Jahren durch die Bautätigkeiten, die finanziellen Belastungen und hoffentlich vor allem durch die Vorfreude auf den beruhigten und noch attraktiveren Dorfkern prägen. In raumplanerischer Hinsicht wird eine zweckmässige Verdichtung unseres eingeschränkten Raumes im Vordergrund der wieder aufgegleisten Zonenplanänderung stehen. Wird es uns gelingen, Orts-, Heimat- und Landschaftsschutz mit den Wünschen der Planer und Bauherren in Einklang zu bringen? Und das so intelligent, dass wir auch Jahrzehnte später nicht darüber den Kopf schütteln müssen? Ich hoffe es. Und genauso hoffe ich, dass der Kompromiss der nächsten Zonenplanänderung die Unterstützung der Mehrheit an der Urne finden wird.

Ich wünsche mir für unseren Bezirk eine friedliche Zukunft, eine gute und positive Stimmung. Und dass sich weiterhin viele Leute in so bewundernswerter Weise für unsere Dörfer und die Gemeinschaft einsetzen. Ihnen allen wünsche ich ein gutes Jahr 2015. Mögen Ihre Wünsche und Vorstellungen in Erfüllung gehen. Viel Glück, Gesundheit und Wohlergehen. Prosit Neujahr.

Michael Fuchs

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