Gedämpfte Stimmung statt rauschende Cologna-Party
Die grossen Namen waren im Sprint-Finale der Tour de Ski gestern in Tschierv unter sich. Es fehlte bloss Lokalmatador Dario Cologna. Der ist heute bei der Fortsetzung des Premiumprodukts des Langlaufs in Toblach unter Zugzwang.
Die grossen Namen waren im Sprint-Finale der Tour de Ski gestern in Tschierv unter sich. Es fehlte bloss Lokalmatador Dario Cologna. Der ist heute bei der Fortsetzung des Premiumprodukts des Langlaufs in Toblach unter Zugzwang.
Von Johannes Kaufmann
Langlauf. – Es herrschte eine gute Ambiance im von 5500 Zuschauern frequentieren, schmucken temporären Langlauf-Stadion in Tschierv. Und trotzdem kam nie mehr die prickelnde Stimmung der Premiere vor zwei Jahren auf. Dies hatte einen direkten Zusammenhang mit dem Abschneiden von Dario Cologna. Der hatte mit seinem furiosen Tour-Start am Wochenende mit dem Prolog-Sieg in Oberstdorf Hoffnungen auf einen Triumph in jenem Ort geweckt, wo weiterhin seine Eltern wohnen. Als dann indes die Loipen-Titanen Petter Northug, Martin Johnsrud Sundby und Calle Halfvarsson zum Finale starteten, fehlte mit Dario Cologna der vierte im Bunde. Er war bereits im Viertelfinale hängengeblieben und bestätigte somit die Eindrücke der bisherigen Saison, wonach er im Schnelligkeitsbereich Defizite aufweist. Erstmals überhaupt in diesem Winter hatte er die Qualifikation überstanden. Dann kam das bittere, vorzeitige Aus vor Heimkulisse. Cologna blieb Rang 14. Ein wenig Schützenhilfe leistete ihm immerhin Federico Pellegrino. Der Italiener feierte nach Davos seinen zweiten Sieg in Graubünden in Folge und schnappte den Cologna-Rivalen Northug und Johnsrud Sundby wertvolle Bonussekunden wett.
Gefährliches Trio hinter Northug
Was bedeutet das Ergebnis von Tschierv für die Fortsetzung der Tour de Ski? «Ich stehe nun vor einer schwierigen Aufgabe», analysierte Cologna. Sein Rückstand vor den letzten vier Etappen ist nicht zu unterschätzen. Er liegt 1:03 Minuten hinter dem Gesamtführenden Northug, der indes wegen seinen chronischen Schwächen beim Schlussaufstieg auf die Alpe Cermis noch nie an der Tour de Ski reüssierte. Beträcht- licher ist Colognas Handicap auf die in dieser Saison konstant starken Johnsrud Sundby und den Schweden Halfvarsson. Dazu gesellt sich die Tour-Entdeckung Jewgeni Below. Der 24-jährige Russe wird seit Jahren als potenzieller Star gehandelt. Jetzt wird er diesen Vorschusslorbeeren gerecht.
Die Tour de Ski wird heute mit einem Einzelstartrennen über 10 Kilometer in der klassischen Technik im italienischen Toblach fortgesetzt. «Ich muss unbedingt einige Sekunden zurückgewinnen», sagte Cologna. Es gilt zu verhindern, dass sich danach im Verfolgungsrennen über 25 Kilometer morgen in Toblach vor Cologna eine starke Gruppe um Northug und Johnsrud Sundby bildet.
Livers macht sich Mut
Gianluca Cologna konnte zwar nicht für seinen Bruder in die Bresche springen, lief mit Rang 20 bei seiner Premiere in der Heimat immerhin ein solides Ergebnis ein. Mit Roman Furger und Erwan Käser überstanden zwei weitere Schweizer die Qualifikation. Ab sofort stehen indes bei der Tour de Ski ausschliesslich die Distanzläufer im Fokus. Hinter Dario Cologna spekulieren auch Toni Livers, Curdin Perl und Jonas Baumann auf einen Gesamtrang in den Top-30. Vor allem Livers (24.) überzeugt. Sein Zwischenfazit: «Form und Selbstvertrauen sind intakt. Und natürlich ist die Motivation grösser, wenn man um Rang 20 und nicht Rang 40 kämpft.»
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