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Gabby Landolt und Rico Elmer dominieren Tortour in Mallorca

Die Zahlen der Tortour auf Mallorca sind eindrücklich: 510 km Streckenlänge mit über 6100 m Höhendifferenz. Eindrücklich ist aber auch die Leistung von Gabby Landolt und Rico Elmer. Das Service-7000-Team siegte überlegen.

Südostschweiz
31.10.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Katrin Egger

Rad. – Bereits die Rennorganisation durch das eingespielte Team der Tortour-Rennen, die in den vergangenen Jahren quer durch die Schweiz führten, war bereits ein Garant für ein Rennen in höchster Organisationsqualität gewesen. Das Rennen auf der «Ferieninsel» erfüllte denn auch alle Erwartungen. Das Konzept sah vor, dass in einem Prolog auf einer Radrennbahn die Startreihenfolge festgelegt wird. Hernach werden die 510 Kilometer – kreuz und quer über die Insel – entweder solo oder in Zweierteams in zehn Abschnitten zu je 40 bis 70 Kilometern Länge alternierend zurückgelegt. Die Organisatoren gingen beim Erstellen der Marschtabelle von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h aus. Dementsprechend erfolgte der Start frühmorgens um 5 Uhr.

Rico Elmer mit Parforceleistung

Das Team Landolt/Elmer startete in der Kategorie Mixed. Dass auch hier im Teilnehmerfeld professionell zu Werke gegangen wird, musste das Service-7000-Team schnell realisieren. Der Prolog sah vor, dass jeder Teilnehmer auf der Bahn (400 m) eine gezeitete Runde zu fahren hatte, welche die Startreihenfolge festlegte. Für die Zweierteams wurden die Zeiten addiert. Das Glarner Team schlug sich achtbar und belegte den 11. Rang. Die Erkenntnis jedoch, dass die Gegnerschaft mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln antrat – Zeitfahrmaschinen, Tropfenhelme, Aero-Felgen gehörten zur Standardausrüstung – zeigte, wie wichtig dieses Rennen ist und sorgte bei den beiden Glarnern für einiges Stirnrunzeln.

Gabby Landolt fährt Bestzeiten

Der Start erfolgte gemäss der Prolograngliste des Vortages. Das Team Elmer/Landolt legte das Rennen vorerst auf die direkt vor ihnen liegenden Mixedteams aus. Die erste Etappe (57 km) wurde im Team gefahren und war eine Etappe mit Abtastcharakter. Trotzdem wurde sie mit einem Durchschnitt von 34,2 km/h zurückgelegt. Nach der anschliessenden Etappe von 56 km übergab Gabby Landolt als Fünfte. Sie hatte bereits drei Männerteams überholt. Dann zündete Rico Elmer ein wahres Feuerwerk. Die Etappe auf den Puig Major mit einer Länge von 55 km Länge und 1560 m Höhendifferenz war die eigentliche Königsetappe. Elmer überholte Fahrer um Fahrer und übernahm die Spitze des gesamten Rennens, Single, Männerteams, Mixedteams inklusive. Wohl angesteckt von der Euphorie ihres Teampartners führte Gabby Landolt die Strategie weiter: Voller Angriff war das Motto. Mit ihrer Bestzeit – auch gegen die Männerteams – auf der Etappe von Bunyola nach Andratx etablierten sich das Service-7000-Team an der Spitze des gesamten Rennens. Eine ganz besondere Rolle kam dem Betreuerteam zu, musste dieses doch den abgelösten Fahrer an den Start der nächsten Etappe bringen und gleichzeitig den Fahrer auf der Strecke begleiten.

Hürzeler-Bicycle als Betreuer-Profis

Das Service-7000-Team war zwar nicht mit Zeitfahrmaschinen und Aerohelmen angereist, hatte aber einen anderen Pluspunkt aufzuweisen: das Betreuerteam. Dank der ortskundigen Begleitung und Betreuung des Hürzeler-Bicycleteams konnten sämtliche verkehrstechnischen und organisatorischen Fragen schnell und damit ohne Zeitverlust gelöst werden. Gegen Mittag – gleichsam Streckenhälfte – lag das Team Landolt/Elmer an der Spitze des gesamten Rennens – eine Konstellation, die niemand in der taktischen Vorbesprechung bedacht hatte.

Landolt wie ein Uhrwerk

In der folgenden Etappe mit lediglich 310 Höhenmetern vermochte Gabby Landolt ihre Stärken auszuspielen und fuhr Streckenbestzeit. Damit konsolidierte das Glarner Team seine Führung. Dem Parforceritt auf der Königsetappe zollte Rico Elmer Tribut in Form einer Schwäche, jedoch nicht auf seiner nächsten Etappe, sondern in der Überführungsfahrt, eine Etappe, die topographisch nicht all zu anspruchsvoll schien, durch den heftigen Gegenwind jedoch sehr substanzzehrend wurde. Rico Elmer bekundete Mühe, sich zu verpflegen. Dementsprechend eingeschränkt war seine Regeneration. Die Gegnerschaft kam jedoch nicht näher. Auch sie war an der Leistungsgrenze angelangt. Dies auch deshalb, weil Gabby Landolt wie ein Uhrwerk ihre Pace aufrechterhalten konnte.

Elmers Triumphfahrt

Die wahre Leistungsfähigkeit zeigte Elmer auf der Schlussetappe. Nicht nur, dass er den Gesamtsieg mit rund 20 Minuten Vorsprung ins Ziel brachte. Nach halbwegs überstandener Zwischenkrise erzielte er wiederum Streckenbestzeit, fuhr nach 16 Stunden und 8 Minuten in Can Picafort ins Ziel und demonstrierte seine Leistungs- und Leidensfähigkeit.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,45 km/h übertrafen die Sieger den vorgängig programmierten Schnitt der Organisatoren deutlich. Mit diesem Sieg an der Tortour Mallorca 2014 bestätigten die beiden Service-7000-Fahrer ihre Erfolge dieser Saison eindrücklich.

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