Für die Gemeinde Scuol
Die Fusionsgemeinde Scuol ist mit einem historischen Festakt ins Jahr gestartet. Mit der Vereidigung der politischen Behörde haben die Amtsträger der grössten Schweizer Gemeinde ihre Arbeit aufgenommen.
Die Fusionsgemeinde Scuol ist mit einem historischen Festakt ins Jahr gestartet. Mit der Vereidigung der politischen Behörde haben die Amtsträger der grössten Schweizer Gemeinde ihre Arbeit aufgenommen.
Von Fadrina Hofmann
Scuol. – Vor einem vollen Gemeindesaal und in Anwesenheit vieler Vertreter der kantonalen und regionalen Behörden, von Tourismus und Gesellschaft hat Christian Fanzun am Sonntagnachmittag per Handschlag offiziell sein neues Amt angetreten. Vor Gott hat der neue «Capo» von Scuol geschworen, die Interessen der neu gegründeten Gemeinde stets zu verteidigen und die geltenden Gesetze zu achten.
«Eine besondere Herausforderung»
Mit 438 Quadratkilometern Fläche ist Scuol seit 1. Januar die grösste Gemeinde der Schweiz. Fast 80 Prozent der Stimmbevölkerung von Ardez, Ftan, Guarda, Scuol, Sent und Tarasp hatten Ende März 2014 der Fusion zugestimmt. Von einer «historischen Entscheidung» und einer «ganz besonderen Herausforderung» sprach Fanzun in seiner ersten Präsidentenrede, der «s-chüsa dal capo».
«Heute ist die Fusion Wirklichkeit – eine Tatsache, die noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre», sagte Fanzun. Jahrhundertealte Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Dörfern würden nun endlich der Vergangenheit angehören. «Die Fusion wird von allen Seiten als solidarischer, sinnvoller und einzigartiger Schritt gewertet», fuhr der neue Capo fort. Nun gelte es, die Arbeit in die Hand zu nehmen, damit die Gemeinde zusammenwachsen könne.
Viel Arbeit steht jetzt bevor
Zuerst einmal muss sich der neue – ebenfalls am Sonntag vereidigte Gemeindevorstand – den aktuellen Themen in den verschiedenen Fraktionen widmen und eine Prioritätenliste erstellen. Kommissionen müssen gegründet werden, Angebote inventarisiert und Gelder neu verteilt werden. Und es sind Restrukturierungen in verschiedenen Bereichen vorgesehen, zum Beispiel im Tourismus.
«Eine delikate Angelegenheit sind die verschiedenen Objekte mit un- sicherer Zukunft», meinte Fanzun. Wird es eine Lösung für das Schloss Tarasp geben? Können die historisch wertvollen Gebäude in Nairs erhalten werden? Was passiert mit dem Areal des ehemaligen Hotels «Engadinerhof»? «Ich bin für diese neuen Her-ausforderungen bereit», meinte Fanzun.
Der alte Capo geht mit gutem Gefühl
Während die Vereidigung für Fanzun ein Neuanfang bedeutete, war sie für Jon Domenic Parolini ein Abschied. Nach fast 15 Jahren räumte er per 31. Dezember 2014 sein Büro im Gemeindehaus. «Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl, denn ich bin froh, dass das Fusionsprojekt so gut geglückt ist», meinte der neue Regierungsrat. Die grösste Herausforderung für die neue Gemeindebehörde liegt seiner Meinung nach vor allem in der kompletten Neuorganisation und in der Kommunikation zwischen den Fraktionen. «Nun liegt es an den frischen Kräften, die Zukunft von Scuol in die Hand zu nehmen».
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