Final verpasst, «Patient» Forster auf gutem Wege
Der 88. Spengler Cup hat für Gastgeber Davos so geendet wie Ausgabe 87 vor einem Jahr: Halbfinal-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen das russische Team. Ufa siegte trotz frühem 0:2-Rückstand 4:3 und steht im Final heute Mittag.
Der 88. Spengler Cup hat für Gastgeber Davos so geendet wie Ausgabe 87 vor einem Jahr: Halbfinal-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen das russische Team. Ufa siegte trotz frühem 0:2-Rückstand 4:3 und steht im Final heute Mittag.
Von Kristian Kapp
Eishockey. – Es war am Ende ein bitteres Ausscheiden für den HC Davos an seinem grossen Turnier. Wem gegen ein KHL-Team wie Ufa ein derart gutes Startdrittel gelingt wie dem HCD gestern, und wer dies auch noch zu einer verdienten 2:0-Führung ummünzen kann, möchte das Eis als Sieger verlassen. Am Ende sah man aber nur Konsternation in den Gesichtern der Davoser, die den Russen im Penaltyschiessen unterlagen.
Wie war es so weit gekommen? Für Davos-Trainer Arno Del Curto gab es einen wichtigeren Grund, als die Frage nach Glück und Pech in einem Shootout: «Wie zuletzt in der Meisterschaft zogen wir uns nach einem sensationellen Startdrittel zurück und spielten, als hätten wir schon gewonnen.» Was in der Meisterschaft oft gut gegangen sei, habe gestern nicht geklappt. Del Curto: «Gegen ein Team wie Ufa kannst du das halt nicht machen. Wir sind selber schuld.» Davos nützte damit auch nicht den Vorteil des freien Spieltags am Montag. Das ärgerte auch den Coach: «Wenn wir unser Spiel durchziehen, das 3:0 oder auch schon nur das 3:1 schiessen, merkt Ufa, dass es das vierte Spiel am vierten Tag bestreitet.» So aber kehrten die Russen die Partie im Schlussdrittel, es war der HC Davos, der nach einem 2:3-Rückstand noch froh sein musste, sich überhaupt in die Overtime retten zu können.
Forster: Comeback und Verhandlung
Beat Forster war einer der Davoser Spieler, die das vom Coach erhoffte 3:1 hätte erzielen können. Sein Schuss in der Schlussminute des Mitteldrittels landete am Pfosten statt im Tor, es fehlte nur wenig, um das Spiel vielleicht in eine andere Richtung zu lenken. Für den Verteidiger stand in- des nicht nur das Abschneiden mit dem Team im Vordergrund. Die Anhängerschaft des HC Davos verfolgte die Schritte des Appenzellers mit grossem Interesse. Erst vier Tage vor dem Turnier hatte Forster nach neun Monate langer Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses sein Comeback in der NLA gegeben, der Spengler Cup wurde so zur besten Gelegenheit für Forster, um Spielpraxis zu sammeln. Forster konnte gestern zufrieden feststellen, auf gutem Weg zu sein: «Das Niveau ist einiges höher als national, umso erstaunter bin ich, dass es immer besser ging.»
Dennoch erlebte Forster ein kleines Auf und Ab in den drei Spengler-Cup-Partien. In der ersten Partie habe er sein Spiel angepasst und vereinfacht. «Im zweiten Spiel wollte ich dann schon mehr probieren, merkte aber, dass Grundschnellligkeit und Explosivität immer noch fehlen. Also passte ich mich wieder an …» Er brauche noch Zeit, so Forster. Zeit, dies ist auch das Stichwort bei seinen Verhandlungen mit dem HC Davos. Forster ist einer der Akteure mit auslaufendem Vertrag beim Rekordmeister. Seine erste Priorität sei das Comeback gewesen, sagt Forster. Nun laufen die Gespräche mit Davos. Steht ein Abschluss unmittelbar bevor? «Nein», so Forster. «Aber ich verhandle nur mit Davos und keinem anderen Team.»
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