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Ewige Suche nach Freiwilligen

Kanton Nez Rouge Luzern hat dieses Jahr so viele freiwillige Fahrer wie noch nie. Im Kanton Schwyz sieht die Situation der Freiwilligenarbeit etwas anders aus.

Südostschweiz
27.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

«Ich finde es eine gute Sache.»

Petra Küttel,? Nez Rouge Schwyz

Nadine Annen

Petra Küttel, Verantwortliche der Freiwilligen von Nez Rouge Schwyz, kann nicht wie die Luzerner von einem Rekordjahr sprechen: «Wir haben schon immer ein paar Leute, aber extrem viele sind es nicht», erklärt sie. Vor allem an Heiligabend und Silvester habe sie noch deutlich zu wenig Fahrer, die sich gemeldet haben. Die Situation sehe eigentlich jedes Jahr ähnlich aus, stellt sie fest.

Freiwilligenarbeit zu leisten, ist nicht selbstverständlich. Petra Küttel kennt die Motivation der Fahrer nicht, aber selber macht sie den Fahrdienst aus der Überzeugung heraus, damit etwas Gutes zu tun: «Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich es eine gute Sache finde, dass durch Nez Rouge einige Unfälle wegen alkoholisiertem Fahren vermieden werden können.» Natürlich gebe es auch viele lustige Momente beim Nachhause­chauffieren der angesäuselten Fahrgäste, fügt sie schmunzelnd hinzu.

«Gibt viele, die bereit sind»

Nicht nur Nez Rouge ist ständig auf der Suche nach Freiwilligen. So bieten im Kanton Schwyz zurzeit rund 250 Personen über das Rote Kreuz ihre unentgeltliche Hilfe an. Diese melden sich nicht einfach von selbst, weiss Vreni Kamber, Geschäftsleiterin vom Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Schwyz: «Es gibt viele, die bereit sind, Freiwilligenarbeit zu leisten. Man muss sie aber auf die Organisation aufmerksam machen.» Auf schriftliche Aufrufe würden sich aber jeweils wieder neue Helfer melden, erzählt sie.

«So ein Freiwilligeneinsatz ist ja auch eine Win-win-Situation», meint Kamber. Die Freiwilligen bieten ihre Dienste aus Interesse an den Mitmenschen an und haben durch die Fahrdienste, Besucherdienste oder Notfalldienste viel Kontakt nach aussen. «Die meisten unserer Freiwilligen sind selber über sechzig und oftmals froh, wenn sie so unter die Leute kommen», erklärt sie. Auch das jährliche Freiwilligenfest sei ein Highlight, wo man sehr gerne zusammenkommt, um sich auszutauschen.

Kein Boom an Weihnachten

Die Vermutung, dass sich besonders in der kalten Jahreszeit und rund um das Weihnachtsfest besonders viele Leute für die Allgemeinheit engagieren, liegt nahe. Doch dies dementiert Kamber: «Bei uns ist das nicht so. Es melden sich das ganze Jahr über ungefähr gleich viele Freiwillige.»

Dasselbe kann auch Gaby Furrer von der Geschäftsstelle des Vereins FFS Schwyz bestätigen. Es sei an Weihnachten genau gleich schwer, Ehrenamtliche zu finden, wie während dem Rest des Jahres: «Das Engagement hat allgemein eher abgenommen», stellt sie fest.

«Ab und zu haben wir aber Anfragen von Neuzugezogenen», freut sich Gaby Furrer. Das freiwillige Engagement in den verschiedenen Dienstzweigen Kinderparadies, Kindertreff, Spielgruppe, Kinderkleiderbörse, Ludothek, Autodienst, Mittagsclub und Kerzenatelier werde als eine gute Möglichkeit zum Knüpfen von neuen Kontakten geschätzt, erklärt Gaby Furrer von der Geschäftsstelle des Vereins FFS.

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