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Es wird gehobelt und geschnitzt

Während sich der Süden schwer tut, geht es im Norden beim Tourismus voran. Nach den lancierten Panoramakarten und der gemeinsamen Website folgt der nächste Coup: ein Tourismusbüro für die ganze Region in der Lintharena.

Südostschweiz
28.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

In Glarus Nord spannen die Tourismusorganisationen unter einer gemeinsamen Marke zusammen

Von Lukas Bertschi

Wir sehen uns als Tor ins Glarnerland», sagt Martin Laupper, Gemeindepräsident von Glarus Nord. Wohl auch deshalb wird das Tourismusbüro der Region Glarus Nord auf den 1. Januar 2015 in die Lintharena umziehen. Denn, wo sollte «eine erste Öffnung» stattfinden, wie Laupper es nennt, wenn nicht gerade beim Autobahnzubringer ins Glarnerland.

«Tausende von Leuten kommen in die Lintharena. Wenn nur einige davon einen Prospekt mitnehmen, ist das schon gut», so Laupper. Weiter sei die siebentägige Erreichbarkeit von früh bis spät ideal.

<strong>Doch der Kern</strong> des Tourismuskonzepts in Glarus Nord ist nicht der neue Standort des Büros, sondern das sogenannte Tourismusboard. In diesem arbeiten Kerenzerberg Tourismus, die Präsidenten der Verkehrsvereine sowie die Geschäftsführer der beiden Sportzentren unter der Führung der Gemeinde zusammen. Und dort hat man sich in Zusammenarbeit mit dem Kantonsmarketing unter der Dachmarke Glarnerland gefunden.

So werde ein Logo-Salat zumindest auf kommunaler Ebene verhindert, sagt Andreas Neumann, der für die Tourismusförderung im Norden zuständig ist.

<strong>«Es hat einen Ruck </strong>im Tourismus gegeben», so Neumann weiter. Die verschiedenen Akteure könnten sich mit den neuen Ortseingangstafeln und Panoramakarten identifizieren. Und die Karten gingen zudem weg «wie warme Weggli». Innerhalb eines halben Jahres seien zum Beispiel 15 000 Exemplare der Sommer-Panoramakarte unter die Leute gekommen – von zusätzlichen 15 000 gedruckten Prospekten sind auch schon wieder mehr als zwei Drittel weg.

Laut Laupper habe die Gemeinde mit den Karten einen Nerv getroffen. Neben Touristen würden viele Einheimische diese nutzen. Auch, da «heisse Tipps» darin seien – die man sonst nicht immer einfach finde.

Nicht zuletzt habe man innerhalb von nur zwei Monaten eine neue Tou-rismus-Website «aus dem Boden gestampft», wie Neumann sagt. Alle diese Schritte seien wichtig für die Entwicklung des Tourismus in Glarus Nord.

<strong>Bezahlt werden</strong> die Aktivitäten der Gemeinde mit den Geldern aus den Kurtaxen. «Wir haben noch keinen Franken Steuergeld für den Tourismus ausgegeben», sagt Martin Laupper. Auf 250 000 Franken belaufen sich die Kurtaxen jährlich. Vor der Fusion sind 150 000 Franken an die Tourismusorganisation Heidiland geflossen. Diesen Vertrag habe man als Erstes gekündigt, so Laupper.

Während die Kurtaxen in den ehemaligen Dörfern unterschiedlich eingezogen worden seien, mache man dies nun konsequent und einheitlich. «So hatten und haben wir die Mittel, um etwas zu machen.»

<strong>Wenn man an Tourismus </strong>im Glarnerland denkt, denkt man in erster Linie an Braunwald und Elm. Glarus Nord will aber nun dafür sorgen, dass man auch an den Kerenzerberg, die Mullern-Fronalp, das Oberseetal und das Niederurner Täli denkt.

Aber, so Laupper: «Wir machen hier keine isolierte Übung.» Ziel sei es langfristig, dass der ganze Kanton zusammenspanne. «Es wäre schon die Idee der Strategie, dass das ganze Glarnerland als touristische Region vermarktet wird.»

<strong>Zurzeit wird im</strong> Norden an den Projekten «Denkbahn», «Denkorte» und «Über Stöckli und Stein» gearbeitet.Genaueres verraten will man bei der Gemeinde noch nicht. Doch grundsätzlich gehe es darum, dass neben Seminargästen vermehrt auch Tages- und Feriengäste ins Glarnerland gelockt werden.

«Der Tourist muss als Chance gesehen werden, nicht als Belastung», sagt Laupper. Das Wichtigste sei es, dass positive Erlebnisse geschaffen werden. Denn: «Die beste Werbung läuft über Menschen, die etwas erleben.»

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