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Es gibt sie, die Künzlis und Botterons

Das Glarnerland weist einige Talente auf, die den Sprung nach oben schaffen könnten. Sie verdienen sich ihre Sporen beim FC Zürich, bei GC oder Rapperswil-Jona ab.

Südostschweiz
30.06.13 - 02:00 Uhr

20 junge Glarner Fussballer haben das Ziel, in die grossen Fussstapfen der einstigen Glarner Aushängeschilder zu treten

Von Nazim Murati

Das Glarnerland hatte einst Fussballgrössen wie Fritz Künzli, René Botteron oder Paul Fischli. Das Glarnerland hatte Nationalliga-A-Spieler wie Remo Pesenti oder Ursal Yasar. Das Glarnerland hat mit André Caetano einen U17-Weltmeister, mit Eldin Jakupovic einen internationalen Profi, der mit Hull City in die englische Premier League aufgestiegen ist, sowie mit Raoul Mutter einen ehemaligen U17-, U19- und U21-Nationalspieler. Das Glarnerland hat aber auch Talente.

Im Kanton gibts im Fussball den Breitensport und mit dem Team Glarnerland auch den Leistungssport. Wer aber Spitzensport betreiben möchte, muss die Kantonsgrenze hinter sich lassen. 20 junge Glarner haben diesen Schritt gewagt und absolvieren ihre fussballerische Ausbildung bei einem nationalen Spitzenverein oder bei einem Klub, der in der 1. Liga spielt. Luka und Mario Budimir, Samuel Acosta, Francesco Fragapane, Okan Asagikozan, Rico Nievergelt, Ersidan Duljaj, Tim Schiesser, Jonas Weber, Denis Agushi, Nando Deplazes, Timo und Luca Bertucci, Andrea Contardi, Alex Vidovic, Armin Alesevic, Isuf Ramadani, Dario Schuler, Lars Leuzinger und Gianni Antoniazzi gehören einem Kader des FCZ, von GC, Winterthur oder Rapperswil-Jona an.

Jeder dieser Spieler begann seine junge Karriere bei einem Glarner Verein. Lars Leuzinger hat die Ausbildung bereits hinter sich und orentiert sich neu. Er begann seine Karriere beim FC Netstal und wechselte nach Rapperswil-Jona. «Die U14 und U15 habe ich in Rapperswil absolviert. Danach war ich eine halbe Saison bei der U16 des FC Zürichs, ehe ich nach Wil wechselte», erinnert sich Leuzinger. Dort schaffte er den Sprung bis in die zweite Mannschaft. Dort war er mit der Zeit immer unzufriedener. «Ich bekam keine Einsatzzeit mehr und sass nur noch auf der Bank», sagt Leuzinger. So kam es letzten Winter zum Transfer nach Mels in die 2. Liga interregional. «Ich möchte beim FC Mels weitere Erfahrungen sammeln und möglichst viel spielen», sagt Leuzinger. Später erhofft sich der junge Netstaler den Schritt in eine 1.-Liga-Promotion-Mannschaft.

Armin Alesevic spielt für die U21 des FC Zürichs. Gestartet hat er seine Karriere beim FC Niederurnen. Nach Probetrainings beim FCZ gelang ihm die Aufnahme in die Juniorenabteilung. «Ich bin seit der U14 beim FC Zürich und schaffte bisher jeden Schritt in die nächsthöhere Stufe. Aktuell bin ich in der zweiten Mannschaft und spiele dort meist von Beginn weg», sagt der 19-jährige Alesevic. Anfang Juni gehörte Armin Alesevic zur Schweizer U19-Auswahl, die in Serbien in der EM-Qualifikation in ihrer Gruppe den 2. Platz belegte. Gegen Irland (2:2) und Serbien (1:0) spielte Alesevic jeweils 90 Minuten, gegen die Slowakei (0:2) wurde er nach der ersten Halbzeit ausgewechselt. Gegen Serbien gelang Alesevic der Siegtreffer.

Dario Schuler ist im Kader der zweiten Mannschaft des FC Winterthur. Die ersten Schritte machte er beim FC Näfels, ehe der Trainer der U14 aus Winterthur sein Talent entdeckte und ihn in sein Team aufnahm. «Ich wurde zu einem Training eingeladen und konnte überzeugen», sagt Schuler. Nun ist er in der U21-Mannschaft angelangt», sagt Schuler. Glücklich fühlt sich der junge Molliser aber nicht. Er erhält kaum Gelegenheit, um den Trainer zu überzeugen. «Ich spiele praktisch nie. Das sind nicht meine Ansprüche. Deshalb werde ich schauen, was die Zukunft bringt und ob ein Wechsel in Frage kommt», so Schuler. Gerne möchte er einmal vom Fussball spielen leben können.

Für den talentierten Lars Leuzinger gibt es nur noch wenig Hoffnung auf den Einsatz in der höchsten Spielklasse der Schweiz. «Ich bekam nur schon bei der zweiten Mannschaft des FC Wil keine Spielzeit mehr. Somit muss ich realistisch bleiben und meine Ziele erreichbar setzen», sagt Leuzinger. Man wisse aber nie, wann eine Chance kommt. Die Hoffnung sterbe bekanntlich zuletzt. Ähnlich sieht es bei Schuler aus. Im Moment kommt er nicht über die Reservistenrolle hinaus. «Ich möchte spielen und mich verbessern. Ohne Spielzeit wird es aber sehr schwierig», sagt Schuler. Trotzdem glaubt er daran, sein Geld mit Fussball spielen verdienen zu können. «Hoffentlich schaffe ich es, vom Sport zu leben.» Armin Alesevic hofft auf den Sprung in die erste Mannschaft beim FC Zürich. «Ich spiele regelmässig in der U21 und kann noch zwei Jahre hier spielen. Natürlich hoffe ich, dass bereits davor der Schritt ins A-Team kommt», sagt Alesevic. Am 18. Mai feierte er beim 4:1-Sieg des FCZ über Luzern seine Feuertaufe in der höchsten Schweizer Liga und kam während 90 Minuten zum Einsatz. Auch kann er zwei Einsätze in der U18 der bosnischen Nationalmannschaft aufweisen.

André Caetano, Raoul Mutter und Eldin Jakupovic sind die drei Glarner Musketiere, die in unterschiedlichen Ligen ihren fussballerischen Weg gehen. André Caetano zog es nach seinem WM-Titel mit dem U17-Nationalteam zu Aarau, wo er, vom FCZ ausgeliehen, in seiner ersten Saison regelmässig zum Einsatz kam, in der zweiten aber vermehrt dem eigenen Talent Silvan Widmer weichen musste. Vergangene Saison gehörte er zum Kader der ersten Mannschaft des FCZ, spielte aber lediglich 16 Minuten in der Super League und war meistens mit dem U21-Team unterwegs. Kommende Saison spielt er bei Challenge-League-Aufsteiger FC Schaffhausen.

Eldin Jakupovic spielt in Englands Premier League bei Hull City. Der Glarner begann seine Karriere in Bilten und Niederurnen. Später wechselte er zu den Grasshoppers und schaffte dort den Sprung in die erste Mannschaft. Mit Thun schaffte er die Teilnahme an der Champions League. Nach diesem Erfolg ging Jakupovic nach Russland zu Spartak Moskau, ehe er ein Jahr später nach Griechenland wechselte. Für das Schweizer Nationalteam hat Eldin Jakupovic einmal das Tor gehütet.

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