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Erklärung für Höhenflug: Manuel Holenstein

Mit guten Chancen, am Ende ganz oben in der Tabelle zu stehen, startet der Eishockey-1.-Ligist EHC Chur heute in die obere Masterround. Massgeblich zum bisher erfreulichen Saisonverlauf beigetragen hat Manuel Holenstein.

Südostschweiz
03.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Jürg Sigel

Eishockey. – «Das ist nicht so wichtig», sagt Manuel Holenstein, wenn er auf die aktuelle Skorerliste angesprochen wird. Diese führte der 23-jährige Chur-Stürmer zwischenzeitlich sogar an. Inzwischen hat sich Mauro Zanetti (Biasca) auf den Thron gesetzt – mit gleich vielen Skorerpunkten wie Holenstein, aber mit drei mehr erzielten Toren. Holenstein selbst lässt das kalt. Wichtig ist für ihn, dass der EHC Chur am Ende einer Partie drei Punkte mehr auf dem Konto hat. Das ist auch Holensteins Ziel heute auswärts gegen Winterthur, im ersten Spiel nach dem Jahreswechsel und zum Auftakt der oberen Masterround.

Sollte der Bündner Stadtklub tatsächlich drei Zähler holen, könnte er sogar als Leader grüssen. Allerdings wäre in diesem Fall noch doppelte Schützenhilfe nötig. Dübendorf müsste gegen Bellinzona verlieren, und Biasca dürfte in Frauenfeld höchstens einen Punkt holen. Das ist wohl etwas zu viel verlangt. «Sicher wäre es schön, wenn wir plötzlich Tabellen-erster wären. Aber daran denken wir nicht. Wir schauen am Ende dieser Masterround, wo wir stehen», sagt Holenstein.

14 Tore sowie 19 Assist hat Holenstein beigesteuert zum Churer Höhenflug, der Anfang November seinen Anfang nahm. «Es ist oft schwierig zu erklären, weshalb es auf einmal gut läuft», sagt Holenstein rückblickend auf diese Phase. Ebenso rätselhaft war, weshalb die Mannschaft von Headcoach Herbert Schädler zuvor lange nicht auf Touren kam, «obwohl das Potenzial ja vorhanden war», so Holenstein.

Ein Herbst ohne Verletzungen

Mittlerweilen hat sich Chur in der oberen Ranglistenregion positioniert, die Play-off-Qualifikation ist bereits geschafft, entsprechend entspannt war die Weihnachtsfeier der Mannschaft am vergangenen Montag. «Die Stimmung war besser als vor Jahresfrist», sagt Holenstein. Das gilt für ihn besonders, denn verletzungsbedingte Zwangspausen waren vor einem Jahr für ihn alltäglicher als Siege auf dem Eis. In dieser Saison blieb Holenstein während der gesamten Qualifikationsphase von Verletzungen jedoch verschont. «Das ist schön und macht Freude.»

Freude machte Holenstein mit seinen für einen 1.-Liga-Akteur aussergewöhnlichen und oft unglaublichen Tricks auf dem Eis auch dem Heimpublikum. So verwöhnt wurden die Zuschauer im Churer Hallenstadion von der ganzen Mannschaft lange nicht mehr. In der Spielzeit 2012/13 beendete der Stadtklub die Qualifikation dank einer starken Defensive zwar sogar im dritten Rang, die aktuelle Mannschaft ist jedoch – nicht zuletzt offensiv – besser, ausgeglichener, auch wenn Churs Headcoach Herbert Schädler einräumt: «Dübendorf und Biasca sind uns noch einen Schritt voraus.» Trotzdem wird in Chur erstmals seit dem Wiederaufstieg nicht bloss gehofft, sondern erwartet, dass die erste Play-off-Runde überstanden wird. Holenstein vorsichtig: «In den Play-offs liegt immer alles drin.»

Positive Bilanz

Ebenfalls alles möglich ist für Chur heute in Winterthur. Das zeigen auch die Zahlen. Die Bündner verloren zwar den ersten Direktvergleich Mitte Oktober auswärts mit 3:7, zu Hause wurde Winterthur aber sowohl in der Meisterschaft als auch im Schweizer Cup mit 3:1 bezwungen.

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