Erinnerungen an Christian Buxhofer
In der Nacht auf Sonntag ist der langjährige Chefredaktor des «Bündner Tagblatts», Christian Buxhofer, völlig unerwartet verstorben.
In der Nacht auf Sonntag ist der langjährige Chefredaktor des «Bündner Tagblatts», Christian Buxhofer, völlig unerwartet verstorben.
Von Hanspeter Lebrument*
Christian Buxhofer hat in der bündnerischen Medienlandschaft der letzten Jahrzehnte eine bedeutende Rolle gespielt. Zur Zeit, als Christoph Blocher Verleger des «Bündner Tagblatts» war, also Mitte der Achtzigerjahre, wurde er zum Chefredaktor berufen. Es war ihm zu verdanken, dass er der zweiten Tageszeitung Stimme und Profil gab.
Meine Erinnerungen an Christian Buxhofer gehen zurück in die Neunzigerjahre. Damals entschlossen wir uns, in Graubünden ein Dreititelsystem aufzubauen. «Bündner Zeitung», «Bündner Tagblatt» und «La Quotidiana» unter einem Verlagsdach. Gebraucht wurden in diesem Architektenteam Journalisten, die einer solchen, erstmalig in der Schweiz verfolgten Vision Gestalt und Inhalt geben konnten. Es wäre ein Leichtes gewesen, die alten, sich während Jahren konkurrenzierenden Kräfte aus diesem Projekt wegzunehmen und Neue mit der Zukunftsaufgabe zu betrauen. Es zeigte sich aber, dass Persönlichkeiten wie Christian Buxhofer hervorragend geeignet waren, eine eigene Stimme und eine eigene Richtung in den grossem Klangkörper einzubringen. Er hat mit seiner Crew das «Bündner Tagblatt» zu einer gewichtigen Stimme innerhalb eines bedeutenden Medienhauses gemacht.
Als Analytiker hat er zusammen mit seinem Gegenpart, Andrea Masüger, zwei deutschsprachige, voneinander unabhängige Zeitungen aufgebaut. Ihm gelang es, eine lokale und regionale Stimme zu bilden, eine Vielfalt von Informationen zu ordnen und neu einen schwergewichtigen Kommentarteil ins «Bündner Tagblatt» einzubauen.
Christian Buxhofer war ein konzilianter, guter Gesprächspartner, der jedoch stets seinem Anliegen, eine eigene Zeitung und eine eigene Stimme zu machen, treu blieb. Er kannte die Geschichte seiner Zeitung, die aus dem Katholisch-Konservativen gewachsen war und die älteste unter den Titeln Graubündens ist, sehr gut. Dieses Erbe hat er fortentwickelt und den veränderten Verhältnissen aufs Beste angepasst.
Ich werde diese Zeit des Aufbaus des Dreititelsystems mit Persönlichkeiten wie Christian Buxhofer in Erinnerung behalten. Sein frühes Ableben hat uns alle tief betroffen.
Seiner Frau Angela und seiner Familie entbieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Südostschweiz Medien, entbiete ich als Verleger, mein tief empfundenes Beileid.
* Hanspeter Lebrument ist Verleger und Verwaltungsratspräsident der Südostschweiz Medien.
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