Elfjähriger ist mit den Grossen im Kino zu sehen
Loïc Sho Güntensperger aus Rapperswil-Jona spielt neben Mathias Gnädinger im neuen Schweizer Film «Der grosse Sommer» die Hauptrolle. Sechs Wochen reiste der Elfjährige durch Japan und kennt nun die Tricks der Filmemacher.
Loïc Sho Güntensperger aus Rapperswil-Jona spielt neben Mathias Gnädinger im neuen Schweizer Film «Der grosse Sommer» die Hauptrolle. Sechs Wochen reiste der Elfjährige durch Japan und kennt nun die Tricks der Filmemacher.
Von Anja Ruoss
Rapperswil-Jona. – Obwohl Loïc Sho Güntensperger aus Rapperswil-Jona nie daran dachte, Schauspieler zu werden, stand er noch vor ein paar Wochen mit den Grossen des Films vor der Kamera. Gemeinsam mit Mathias Gnädinger spielt der Halbjapaner eine der Hauptrollen im neuen Schweizer Film «Der grosse Sommer», der im Herbst 2015 in die Kinos kommt.
Doch nicht nur Schweizer Filmgrössen lernte Loïc kennen: Während der Dreharbeiten in Japan spielte auch die berühmte japanische Schauspielerin Baisho Mitsuko mit. «Sogar meine Grossmutter reiste an diesem Tag extra an, um mich bei den Aufnahmen mit Mitsuko zu treffen», erzählt Loïc.
Auf den Film aufmerksam wurde Loïc durch seine Mutter. Sie habe ihm erzählt, dass man für einen neuen Film einen schlanken, halbjapanischen Jungen suche. Nachdem sie einige Bilder von Loïc einschickten, wurde er zum Casting eingeladen. «40 Buben sind zum ersten Casting gekommen», sagt Loïc. Darunter auch solche mit reichlich Bühnenerfahrung. «Ich bezweifelte, dass ich die Rolle bekomme.»
Jury von seinem Talent überzeugt
Doch Loïc überzeugte die Jury von seinem Talent. Ausgerechnet, als er bei seiner Grossmutter in Japan war, bekam er die Zusage für die Rolle. Kaum zurück erhielt Loïc das Drehbuch und vertiefte sich darin: «Den Text konnte ich schnell auswendig. Das Schwierigste war, dass ich Berndeutsch sprechen musste», erzählt Loïc. Deshalb habe ihn der Berner Drehbuchautor Theo Plakoudakis besucht und ihn gut vorbereitet.
Im letzten Sommer ging es dann los: Sechs Wochen lang drehte das Team in ganz Japan. Loïcs Eltern begleiteten ihn bei den Dreharbeiten. Obwohl alle drei schon mehrmals zusammen in Japan waren, sei diese Reise für die ganze Familie etwas Besonderes gewesen.
Professionelle Filmcrew
Auch beeindruckend fand Loïcs Vater Rolf Güntensperger die Filmcrew: «Sie war sehr eingespielt. Zwischen den Drehs haben alle Spässe gemacht und gelacht. Sobald aber die Filmklappe fiel, waren alle wieder konzentriert», erzählt er. Auch Loïc machte die Arbeit vor der Kamera viel Spass.
Der Blick hinter die Kulissen
Noch mehr beeindruckten ihn aber die Ereignisse dahinter. Die Crew habe diverse Filmtricks gekannt. «Der Beste ist der mit dem Bett», erzählt Loïc. «Sie wollten Mathias Gnädinger von oben herab filmen, während er im Bett schläft.Weil das aber nicht ging, stellten sie das Bett einfach an der Wand auf.» Gnädinger sei dann im Bett gestanden und hätte so tun müssen, als ob er ganz entspannt schlafen würde.
Was Loïc nach der Schule machen möchte, weiss er nach diesem Filmprojekt schon ganz genau. «Kameramann ist mein Traumberuf», sagt er bestimmt. Doch zuerst steht der Kinostart im Herbst 2015 an, für den Loïc sicherlich wieder vor die Kameras treten darf – dieses Mal auf dem roten Teppich.
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