Einführungsklassen in Glarus Nord werden abgeschafft
Die Einführungsklassen in Näfels und Mollis laufen bis 2013 aus. Die besondere Unterstützung von Schülern findet künftig mit Förderunterricht in den Regelklassen statt. Daher würden nun alle die Vorteile geniessen, heisst es.
Die Einführungsklassen in Näfels und Mollis laufen bis 2013 aus. Die besondere Unterstützung von Schülern findet künftig mit Förderunterricht in den Regelklassen statt. Daher würden nun alle die Vorteile geniessen, heisst es.
Von Lukas Hobi
Glarus Nord.- Kinder, die Unterstützung beim Schulstart brauchen, werden in Glarus Nord keine Einführungsklassen mehr besuchen. Die Kinder sollen laut Roger Schneider, Gemeinderat mit Departement Bildung, neu in den Regelklassen selbst gezielt gefördert werden. Die Einführungsklassen bekommen deshalb keinen Zuwachs mehr und laufen im Jahr 2013 aus. Jene Schüler, die sich bereits in Einführungsklassen befinden, sind von der Reform nicht betroffen.Bisher sei die Unterstützung auf die 28 Schüler in den drei Einführungsklassen konzentriert gewesen. Man müsse aber davon ausgehen, dass weit mehr Kinder Unterstützung erhalten müssten, als dies heute der Fall sei, sagt Schneider. «Für Eltern bedeutet es aber eine grosse Schwelle, ein Kind in die Einführungsklasse zu schicken», erklärt er. Es gehöre viel dazu, einzusehen, dass dem eigenen Kind geholfen werden muss und kann. «Kommt das Kind nicht zur Hilfe, kommt die Hilfe eben zum Kind», beschreibt Schneider das neue Konzept.
Zwei Lehrer
Konkret bedeutet dies, dass ein Lehrer unterrichtet, während ein zweiter von Kind zu Kind geht und hilft, wo es nötig ist. Der zweite Lehrer beschränkt sich dabei nicht bloss auf eine Klasse, sondern wechselt hin und her. Da die Hilfe in den Normalunterricht eingebunden ist, wiederfahre den Kindern keine Ausgrenzung.In Bilten gibt es den integrativen Unterricht schon länger und Iris Beeler bestätigt, dass sich das Prinzip bewähre. «Es ist von Vorteil, dass die zweite Lehrperson gezielt auf einzelne Probleme eingehen kann», weiss sie.Auch die Eltern sollen vermehrt einbezogen werden, zum Beispiel in Form von zusätzlichen Hausaufgaben. Diese könnten darin bestehen, dass sie sich bewusst verpflichten, mit dem Kind jeden Abend einige Seiten in einem Buch zu lesen.
Unterstützung für alle
Das neue Angebot unterstütze ferner nicht nur schwächere Schüler. «Auch unterforderten Schülern ermöglichen wir dadurch geziele Förderung», erläutert Schneider. «Bisher bekommen sie diese nur in absoluten Ausnahmefällen.»Durch die Unterstützung direkt in der Regelklasse sollen die stärkeren Schüler auch nicht gebremst werden. Um diesem Problem entgegenzuwirken, verbleibe das Instrument der Kleinklassen.Dies sei auch einer der wesentlichen Unterschiede, den die Gemeinde gegenüber Zürcher Schulen habe. In Zürich seien sämtliche Einführungsklassen und auch die Kleinklassen auf einen Schlag aufgehoben worden, so Schneider. «Ein weiterer Vorteil ist, dass die Schulklassen hier deutlich kleiner sind, mit unter 20 Kindern im Durchschnitt», führt Schneider aus. Durch diese geringe Klassengrösse könne bereits heute gezielter auf die Bedürfnisse eines einzelnen Kindes eingegangen werden.
«Keine Mehrkosten»
Durch die Veränderungen würden vorerst keine Mehrkosten entstehen, sagt Schneider. «Wir versuchen in einem ersten Schritt die vorhandenen Kapazitäten optimaler zu nutzen.»Wie Marie-Hélène Stäger, Rektorin der Schulen Glarus Nord, ausführt, würden bereits jetzt viele Lehrer integrative Unterstützung geben. Dies treffe im Speziellen für die Ortschaften zu, die keine Einführungsklassen besässen. Gegen Ende 2012 könnten dann auch die drei Lehrer, die momentan in Niederurnen und Mollis die Einführungsklassen unterrichten, in diesem Bereich tätig werden.
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