Eine junge Gersauerin will Kindern in Nepal helfen
Gersau Anja Camenzind sah Schockierendes in Nepal. Das will sie ändern – und sucht Freiwillige.
Gersau Anja Camenzind sah Schockierendes in Nepal. Das will sie ändern – und sucht Freiwillige.
Kilian küttel
«Sharing Minds» – so heisst ein Hilfsprojekt, das vor wenigen Wochen ins Leben gerufen wurde. Dahinter steht Anja Camenzind aus Gersau. «Wir suchen Helferinnen und Helfer, welche die Lehrer in einer Schule in Kathmandu unterstützen», sagt die 22-Jährige. Es gehe darum, den Leuten zu zeigen, dass man Kinder mit Liebe und nicht mit Gewalt erzieht. Camenzind war selbst vor Kurzem als Betreuerin in einem nepalesischen Kinderheim und hat gesehen, dass dieses Wissen fehlt: «Es war schlimm.» Eigentlich hätte ihr Freiwilligeneinsatz drei Monate dauern sollen – nach nur drei Wochen zog sie die Notbremse: «Weil ich dort die Einzige war, welche nicht handgreiflich wurde, haben die Kinder sogar angefangen, mich zu schlagen.» Die gelernte Kleinkinderzieherin wusste, dass es so nicht weitergehen konnte, und brach ihren Einsatz ab. «Wenn ich drei Monate dort geblieben wäre, hätte sich die Situation in dieser Zeit vielleicht gebessert. Aber spätestens wenn ich nicht mehr in der Schule gearbeitet hätte, wäre es wieder so gewesen wie zu Beginn.» Deshalb hat sie «Sharing Minds» lanciert.
Geduld und Fitness vorausgesetzt
Weil die Organisation noch in den Kinderschuhen steckt, hat sich bis jetzt erst eine Freiwillige gemeldet. Aber es sollen mehr werden. Wer sich für einen Einsatz interessiert, der sollte einige Anforderungen erfüllen: So zum Beispiel werden gute Englischkenntnisse, Selbstständigkeit und Geduld vorausgesetzt. Auch die körperliche Fitness sei wegen der Höhenlage wichtig. Aber eine Ausbildung im Erziehungsbereich ist nicht notwendig. Camenzind dazu: «Die Freiwilligen werden ihren Fähigkeiten entsprechende Aufgaben haben.» Wer also zum Beispiel Lehrer ist, der wird in Kathmandu unterrichten. Wer dagegen über Computerkenntnisse verfügt oder ein KV absolviert hat, der wird administrative Arbeiten erledigen.
Spenden bringen wenig
Anja Camenzind geht es vor allem um eines: Sie will Grundlagenwissen vermitteln. «Es sind schon einige Leute auf uns zugekommen, welche uns etwas spenden wollten. Das ist zwar sehr schön, aber mit dem Geld allein können wir eigentlich nichts machen.» Denn: Wenn sie die Leute in Nepal finanziell unterstützen würde, würde das nichts bringen: «Die Leute dort wissen gar nicht, was sie mit dem Geld anfangen sollen.» Wenn die Kinder zum Beispiel Spielzeug bekämen, gehe dieses nach kurzer Zeit zu Bruch, weil ihnen niemand erkläre, wie man damit spiele.
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