Eine fast vergessene Tradition wird wiederbelebt
Der Theaterverein Domat/Ems führt im August und September das Passionsspiel von Pater Maurus Carnot im Freien auf. Das Budget beträgt rund 300 000 Franken. Gesucht werden noch weitere Statisten.
Der Theaterverein Domat/Ems führt im August und September das Passionsspiel von Pater Maurus Carnot im Freien auf. Das Budget beträgt rund 300 000 Franken. Gesucht werden noch weitere Statisten.
Von Juscha Casaulta
Es ist das dritte Mal, dass der Theaterverein Domat/Ems «Die Passion» von Pater Maurus Carnot (1865–1935) als Freilichtspiel auf der Tuma Padrusa aufführt. 1979 wie auch 1989 war Rinaldo Brunner als Darsteller und als OK-Mitglied dabei. Nun wird er das Passionsspiel als Regisseur erleben. Die Uraufführung des Bühnenwerks fand 1933 in einem Saal in Domat/Ems statt, wie Brunner am Dienstagabend vor der ersten Orientierungsversammlung erzählt. Damals hätte man sich vorgenommen, «Die Passion» alle zehn Jahre aufzuführen. Doch im Laufe der Zeit sei das Vorhaben in Vergessenheit geraten.
«Es ist wieder an der Zeit»
Nun ist es nach 24 Jahren wieder so weit, auf Initiative von Rinaldo Brunner hin. Er fand, es sei wieder an der Zeit, die Generalversammlung des Theatervereins stimmte ihm zu. Der erste Orientierungsanlass ist eigentlich der Startschuss für das Projekt, wie Brunner meint. Es werden Leute eintreffen, die Interesse angemeldet haben für eine Rolle als Schauspieler oder als Statist. «Den gemischten Chor und das Blechbläser-Ensemble mit eingerechnet, braucht es insgesamt etwa 120 Leute, wobei die Zahl nach oben offen ist.» Davon sind 50 Rollen mit Textteilen. Die Hauptrollen sind bereits vergeben. «Heute werde ich provisorisch die übrigen Rollen verteilen.»
Der Regisseur kennt den Grossteil der Interessenten, es handelt sich in erster Linie um Vereinsmitglieder und Teilnehmer des Jungendtheaters, einer Untergruppe des Vereins. Damit sich alle ein Bild über das Vorhaben machen können, vor allem jene, die das Passionsspiel noch nie erlebt haben, wird Brunner eine Videoaufnahme von der Aufführung von 1989 vorführen. «So erübrigen sich viele Erklärungen, und die Leute können sich das Ganze besser vorstellen.» Der Schauplatz ist derselbe. «Und alles erfinden wir nicht neu.» Frauen in sprechenden Rollen brauche es in diesem Stück nur wenige. «Da werden wohl ein paar enttäuscht sein», vermutet Brunner. Das Skript wird noch nicht verteilt, es muss noch überarbeitet werden. «Nach der Fasnacht machen wir dann weiter.»
Auch Familien willkommenn
Nach und nach treffen Interessierte ein, letztlich sind es knapp 30. Viele hätten sich entschuldigt, sagt Vereinspräsident Marc Daniel Tomaschett. Noch könne man sich als Statist anmelden, willkommen seien auch ganze Familien, betont er. Über Rinaldo Brunner meint Tomaschett, er sei die treibende Kraft, nicht nur bei dieser Produktion. «Durch ihn bin ich überhaupt zum Theater gekommen.» Er arbeite sehr gerne mit Brunner zusammen.
«Ich weiss auch, dass er mit den Leuten gut umgehen kann, was mit so vielen Teilnehmenden wichtig ist.» Der Informationsabend beginnt. Laut Projektleiter Adrian Willi ist betreffend Infrastruktur auf der Tuma Padrusa schon einiges am Tun. Das Budget der Produktion beträgt 305 000 Franken, davon sind bis heute 90 000 Franken durch Sponsoren gedeckt.
www.theater-ems.ch
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