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Ein weiteres Highlight für Henri Laaksonen

Henri Laaksonen ist am Mittwoch die «Surprise du Chef» gewesen. Captain Severin Lüthi beschert dem 20-Jährigen heute seinen ersten Auftritt für das Schweizer Davis-Cup-Team.

Südostschweiz
01.02.13 - 01:00 Uhr

Von Julien Oberholzer

Tennis. – Die erste Frage, die Henri Laaksonen nach Bekanntwerden seiner Nominierung gestellt wurde, sagt viel aus über die Chancen, die man ihm zugesteht, sich gegen Tomas Berdych, die Nummer 6 der Welt, durchzusetzen: «Haben Sie das Gefühl, sie werden geopfert?» Geopfert, um nicht Marco Chiudinelli in einen nahezu hoffnungslosen Kampf zu schicken und diesen für andere Aufgaben zu schonen – nämlich für das Doppel und ein allfälliges entscheidendes Einzel am Sonntag.

Laaksonen machte gute Miene zum bösen Spiel: «Ich fühle mich nicht ‘geopfert’. Es ist eine grossartige Chance.» Und er legte nach: «Berdych ist der Favorit.» Der Weltranglisten-289. scheint nichts aus der Ruhe zu bringen. Auf Englisch, weil er weder Deutsch noch Französisch so gut beherrscht, dass er in diesen Sprachen Fragen von Journalisten beantworten möchte, führt er seine Gedanken im Stile eines Profis aus. Brisantes oder Prickelndes ist ihm nicht zu entlocken. Selbst das Mienenspiel lässt keine Rückschlüsse auf seine Gefühle zu.

Da passt es, dass Laaksonen seinen Weg lange Zeit fast unbemerkt gegangen ist. Vor gut drei Jahren, nachdem er in Roland Garros bei den Junioren den Halbfinal erreicht hatte und im Davis Cup für Finnland zu einem Einsatz gekommen war, zog er aus Südfinnland in die Schweiz, dem Heimatland seines Vaters, dem ehemaligen Topspieler Sandro Della Piana, der in Schaffhausen eine Tennisschule betreibt.

Top 100 im Bereich des Möglichen

Die beste Weltranglisten-Klassierung seines Vaters hat Laaksonen bereits überboten. Mittlerweile ist er die grösste Nachwuchshoffnung für die unmittelbare Zukunft im Schweizer Tennis. «Wenn er sich gut entwickelt, kann er unter die besten 100 der Welt kommen», sagt Alessandro Greco, der Leiter Spitzensport bei Swiss Tennis. Severin Lüthi wagt keine Prognose, wohin Laaksonens Weg noch führen kann: «Ich habe bereits einige Male einen Spieler überschätzt oder unterschätzt.»

Lüthi, der Laaksonen bereits im Herbst in Amsterdam in seinem Aufgebot zählte, findet, dass der 20-Jährige ein sehr guter Grundlinienspieler ist, der in der Defensive stark agiert und Gegenspieler neutralisieren kann. Das wird heute nötig sein, wenn er nach den Wildcard-Auftritten in Gstaad und Basel zu einem dritten Highlight in seiner noch jungen Karriere kommt. «Das ist eine super Chance für ihn, sich zu zeigen. Für seine weitere Entwicklung wird es positiv sein, auch um zu sehen, wo er steht», sagt Lüthi.

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