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Ein Rothenthurmer im Continental-Cup

ski nordisch Das Schweizer Skisprung-Team ist dünn besetzt. Doch Talente sind zweifelsfrei vorhanden. Eines davon ist der Rothenthurmer Andreas Schuler.

Südostschweiz
30.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

ruedi vollenwyder

Andreas Schuler befürchtet: «Dieser Sprung wird wohl nicht für den zweiten Durchgang reichen.» So kam es denn auch. Rang 38 im ersten Continental-Cup-Springen von Engelberg – das vorzeitige Aus. Gross ärgerte er sich aber nicht. «Die Verhältnisse mit dem Schneefall und dem diffusen Licht waren sehr schwer einzuschätzen. Ich sprang wohl etwas zu defensiv.» Man darf das dem 19-jährigen, für den SC Einsiedeln startenden Athleten nicht allzu sehr ankreiden. Seine Zeit soll erst noch kommen. Und ein Müsterchen seines Könnens hat er schon vor einer Woche mit dem 32. Rang in der Qualifikation fürs erste Weltcup-Springen in Engelberg gezeigt.

Für Schuler war dieser Sprung damals auf 119,5 Meter ein erster Höhepunkt in seiner Karriere. «Ich war voll auf dieses Ereignis fokussiert und wollte diese Qualifikation unter allen Umständen schaffen. Es war ein super Gefühl, als die Qualifikation dann feststand», schwärmt der in Rothenthurm beheimatete sympathische junge Mann, der im C-Kader mittrainiert. Dass er tags darauf dann im Weltcup-Springen 48.?wurde – sei es drum.

Schuler zeigt auch am Herd Talent

Denn dieser erste Erfolgstupfer durch die überstandene Qualifikation sei erst der Anfang, meinte Schuler, der die von drei auf vier Jahre verlängerte Sporthandelsmittelschule in Zürich besucht und so seine Freizeit bekommt, um optimal trainieren zu können. «Jetzt nehme ich Schritt für Schritt. Ich habe als junger Sportler ja noch etwas Zeit», meint er cool.

Der Weltcup ist nach dem ersten Abtasten für ihn denn auch das erklärte Ziel. Und so betreibt er einen grossen Aufwand. «In der Aufbauzeit trainiere ich praktisch jeden Tag, um auf das angepeilte Level zu kommen. Es gibt aber auch kurze Erholungsphasen, da mache ich rein gar nichts», sagt er schmunzelnd. In dieser Zeit hat der aufgestellte, 1,82 Meter grosse Sportler dann auch die Zeit, sein Hobby Kochen auszuleben. «Ich backe viel oder verwöhne meine Gäste oder Freunde gerne mit chinesischen Spezialitäten.» Ein sicherlich erholsamer Kontrast zum harten Leben des jungen, zielstrebigen Sportlers, der noch viel erreichen will.

Beim Continental-Cup in Engelberg musste Andreas Schuler jedoch erst mal noch viel Lehrgeld zahlen. Nach Rang 38 am Samstag belegte er am Sonntag Rang 46. Eine Region, in der er sich momentan noch bewegt – die aber schon bald der Vergangenheit angehören soll.

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