«Ein Naturpark muss halt alles können»
«Bündner Tagblatt»: Der Naturpark Beverin darf sich neu mit dem Parklabel des Bundesamt für Umwelt (Bafu) schmücken. Was wurde alles dafür geleistet?
«Bündner Tagblatt»: Der Naturpark Beverin darf sich neu mit dem Parklabel des Bundesamt für Umwelt (Bafu) schmücken. Was wurde alles dafür geleistet?
Remo Kellenberger, Geschäftsführer Naturpark Beverin: Bereits 2007 wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, welche bestätigte, dass sich die Region rund um den Piz Beverin sehr gut für den Aufbau eines Naturparks eignet. 2008 folgte dann der Managementplan mit detaillierten Landschaftsbewertungen. Dieser Plan war Grundlage für die weiteren Schritte. Die sogenannte Errichtungsphase nach den Vorgaben des Bafu startete dann 2009. Mit dem Beginn dieser Phase haben auch die eigentlichen Arbeiten für die Geschäftsstelle des Naturparks Beverin begonnen.
Welches sind die aktuellen Projekte, an denen gearbeitet wird?
Es gibt viele Projekte, die wir bearbeiten. Das sind beispielsweise die Koordination der Sanierungsarbeiten an der Valtschielbrücke in Donat oder die Verbesserungen am Wanderwegnetz. Ebenfalls werden in Zusammenarbeit mit Freiwilligen, Firmen oder Schulklassen mit Trockenmauersanierungen und Weideräumungen die Natur und Landschaft aufgewertet. Weitere Projekte sind die Ausbildung von Parkführern sowie die administrative Leitung des Projekts Regionale Entwicklung im Naturpark und des Landschaftsqualitätsprojekts Schams/Avers/ Rheinwald. Zudem laufen Abklärungen mit dem Verein Bus Alpin, um eine verbesserte ÖV-Erschliessung von touristischen Ausflugszielen im Park zu erreichen. Im Bereich der Parksignalisierung sind wir noch nicht so weit, wie wir gerne wären. Im Sommer sollten aber die ersten Tafeln stehen. Alle diese Projekte sollen die Region als lebenswerten Raum erhalten, weiterentwickeln und die vorhandenen Naturschönheiten und Kulturwerte in Wert setzen.
Wie weit können diese Projekte Arbeitsplätze schaffen und auch eine gewisse Wertschöpfung generieren?
Wir stehen erst am Anfang eines längerfristigen und hoffentlich auch nachhaltigen Prozesses. Unser Ziel ist es aber, neben den Dienstleistungs- und klassischen Produkteangeboten aus den Bereichen der Milch- und Fleischverwertung ebenfalls das Holzgewerbe der Region zu stärken. Dabei sollen die regionalen Ressourcen und das vorhandene Know-how besser genutzt werden. So können neue Produkteentwicklungen wie beispielsweise die Randulina-Möbel Arbeitsmöglichkeiten in der Region schaffen. Wertschöpfung kann auch mit dem vielerorts angebotenen Naturparkmenü erreicht werden, da es regionale Kreisläufe aktiviert. Um allerdings die regionale Wertschöpfung genauer zu beziffern, liegen noch keine Erhebungen vor.
Auf jeden Fall scheinen die Erwartungen an das Parkprojekt sehr hoch zu sein.
Ja, in der Tat, die Erwartungen sind hoch und sie kommen von verschiedensten Seiten – ein Park muss halt alles können. Im Dreieck der Nachhaltigkeit zwischen Umwelt, Wirtschaft und sozialem Zusammenhalt ist dies aber nicht weiter verwunderlich. Wir versuchen einfach, in einer aktiven Zusammenarbeit mit Bevölkerung und Behörden unseren Teil zu einer positiven Entwicklung in der Region beizutragen.
Ist irgendwann sogar eine Gebietserweiterung denkbar?
Das ist grundsätzlich aufgrund von Gemeindefusionen denkbar. Der Entscheid, wie sich der Park entwickeln soll, liegt aber bei den jetzt beteiligten elf Gemeinden.
b«Zilliser Kugelbahn ...»
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