Ein alter Film wird neu herausgebracht
Der Glarner Regisseur Erwin C. Dietrich plant, den 1957 erschienenen Film «Der König der Bernina» auf DVD herauszubringen. An der Premiere will er die Engadiner Schulklasse, die damals im Film aufgetreten ist, dabei haben.
Der Glarner Regisseur Erwin C. Dietrich plant, den 1957 erschienenen Film «Der König der Bernina» auf DVD herauszubringen. An der Premiere will er die Engadiner Schulklasse, die damals im Film aufgetreten ist, dabei haben.
Regisseur Erwin C. Dietrich sucht einstige Engadiner Statisten
Von Lorena Strub
Erwin C. Dietrich löst seine Archive auf ...», heisst es auf der Internetseite des 83-jährigen Schweizer Filmmachers. 1957, genau vor 57 Jahren, erschien der Heimatfilm «Der König der Bernina», bei dem Dietrich als Co-Produzent mit von der Partie war. Nun soll der Film im Laufe des nächsten Jahres auf DVD und Blu-ray erscheinen. Mittels Inserat im «Migros-Magazin» ist Dietrich auf der Suche nach der Engadiner Schulklasse, die im Film mitgespielt hat und die Lieder «Die Berge sind frei» und «Der König der Bernina» gesungen hat. Dietrich plant, die ehemaligen Schüler zur DVD-Taufe einzuladen und ihnen den Film als Erinnerung zu schenken.
Gemeldet haben sich bisher ein Sammler sowie Rico Luppi, einer der ehemaligen Schüler, der mittlerweile ein Architekturbüro in Ftan führt. «Ich kann mich noch schwach an die Gesangsproben erinnern», sagt er. Luppi hält es für möglich, dass er die restlichen, damals zwölf- und 13-jährigen Mitschüler ausfindig machen kann.
<strong></strong><strong>Der Film</strong> «Der König der Bernina» wurde als österreichisch-schweizerische Produktion zuerst in den Studios Rosenhügel in Wien gedreht, im April 1957 dann im Schweizer Nationalpark. «Zu unserer Überraschung schneite es an einem Tag unerwartet. Wir stellten alles sofort um und drehten, wie der König der Bernina Menschen aus einer Lawine rettet», erinnert sich Co-Produzent Dietrich. Dies war aber nicht die einzige Herausforderung für Dietrich und seine Crew: Das einzig offene und für die Crew reservierte Hotel in Guarda brannte wenige Tage vor deren Ankunft ab. Schwierig war es auch, Farbfilmnegativmaterial zu beschaffen. Der Farbfilm steckte damals noch in den Kinderschuhen.
Der Heimatfilm, der im August desselben Jahres in Stuttgart Permiere feierte, war die zweite Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jakob Christoph Heer aus dem Jahr 1900. Bereits 1929 kam in Hollywood derselbe Stoff unter dem Titel «Eternal Love» als Stummfilm in die Kinos. Die Geschichte des Jünglings, der nach Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrt und sich nicht zwischen Pfarrerstochter und Zigeunerin Pia entscheiden konnte, begeisterte die Menge schon damals.
<strong>Mitte der Sechziger </strong>ebbte die Welle der Heimatfilme ab. Der gebürtige Glarner Erwin C. Dietrich begann unter dem Kürzel ECD und dem Pseudonym Michael Thomas Softsex- und später Actionfilme zu produzieren, meist ohne Drehbuch. Viele Streifen entpuppten sich als internationale Kassenschlager. 1968 war «Die Nichten der Frau Oberst» mit fünf Millionen Besuchern der meistgesehene Kinofilm in Deutschland. In seinen besten Jahren produzierte er monatlich einen neuen Streifen. Auch schnitt Dietrich fertige Filme anderer Autoren um und ergänzte sie mit neuem Material. «Meine Filme waren vielleicht nicht genial, aber sie haben Geld gebracht», so Dietrich gegenüber der «Weltwoche». Insgesamt drehte er über 100 Filme.
Heute ist er noch immer in seiner Firma Ascot Elite in Zürich tätig. Diese verleiht schweizweit Filme an Kinos. Für sein Wirken wurde er offiziell nie gewürdigt.
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