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Downtown Linthal – heisse Hotpants, Fun und Kultur pur

Bald können die Glarner in den Ausgang nach Downtown Linthal: Am Fusse des Klausen entsteht der grösste Erlebnis-Club des Bergkantons, der Big Foot.

Südostschweiz
15.02.12 - 01:00 Uhr

Von Martin Meier

Linthal. – 1145 Einwohner, 662 Meter über Meer. Das Tal ist abgeschlossen durch Eisriesen wie dem Tödi, dem Bifertenstock oder Selbsanft.

Linthal liegt am Ende der Welt, sagen die einen – für die anderen aber am Puls der Zeit. Denn: In der Gemeinde hat ein Investor grosses vor.

«Ich habe Damen in Hotpants beobachtet»

Gemunkelt wird schon lange am Fusse des Klausenpasses. Geredet wird nicht nur in der Pizzeria. Gerätselt wird auch auf der Strasse – und gar im Gemeindehaus. «Ein Bordell soll es werden», weiss der eine. «Ich habe durch die Scheiben die Damen in Hotpants beobachtet», sagt der andere. «Damit die Bauarbeiter von Linthal 2015 auch etwas zu sehen bekommen», lacht ein dritter.

«Ich mache in Linthal sicher keinen Puff»

Die Runde diskutiert und gestikuliert. «Die Bar soll aber schön sein», erzählt ein Älterer. «Woher weisst du das», fragt ihn der Jüngere. «Vom Schreiner.» Selbst die Fasnachtszeitung «kocht» in der Gerüchteküche. Immerhin bringt sie es auf den Punkt: Kein gewöhnlicher Puff soll es werden, sondern ein «Schwaben-Puff».

«Uff», stöhnt da Initiator Pesche Zwahlen. «Ich weiss, dass hier viel geredet wird. Aber: Ich mache in Linthal sicher keinen Puff.» Und: Sein Club werde auch nie eins werden. «Ausser in den Wunschträumen einiger anderer.»

Pesche Zwahlen zeigt stolz seine Bar. Das Bier kostet hier fünf, der Kaffee 3.50 und das Cüpli acht Franken. Den Raum erhellen rote, gelbe und blaue Lichter. Und schenken dem Raum Atmosphäre. «Es sind die Regenbogen-Farben», erklärt Zwahlen. Die Bar stand in Ilanz. «Viel früher in Vorarlberg.» Er habe sie wieder auf Vordermann gebracht.

Pesche Zwahlen, der 43-jährige Hotelierssohn aus Interlaken weiss genau, auf was er sich in Glarus Süd, an der Klausenstrasse 4 in Linthal, einlässt: «Aber ich möchte etwas machen für die über 500 Kraftwerks-Arbeiter», sagt er.» Damit sie nicht einen dicken Hals bekommen, weil sie nie in den Ausgang kommen.» Und Zwahlen weiss, wovon er spricht: Als Subunternehmer ist der Bauherr mit einem halben Dutzend Mitarbeiter selber an Linthal 2015 beteiligt. «Ich weiss, dass die Leute bis nach Elm hoch oder nach Näfels hinunter fahren, um Spass zu haben.» Auf der Baustelle gebe es ja nichts.

«Wurde gefragt, ob die Chippendales auftreten»

Zwahlen erzählt von seiner Vision: «Ich habe lange gesucht, um geeignete Räumlichkeiten zu finden. Seit September sind wir nun am umbauen.» Nebst der Bar ist auch das Spielzimmer schon fertig. Hier spielt man(n) Tischfussball oder Dart. Im oberen Stock wird noch gebaut. «Das Dach ist bereits isoliert.» Hier soll dereinst eine Lounge mit Bar und ein VIP-Raum mit Bühne dazukommen. Unter dem restaurierten Gebälk darf zu Disco-Sound getanzt werden, sollen Bands Konzerte geben, aber auch kulturelle Anlässe stattfinden. «Wieso nicht einmal einen Komiker auftreten lassen?» Die Damen aus dem Dorf hätten angefragt, ob auch mal die Chippendales auftreten.

360 Quadratmeter gross ist der Club. Dazu kommt die Terrasse, fast so gross wie ein Fussballfeld – mit 3000 Quadratmetern Fläche. Zwahlen schwärmt davon, dass er hier einmal ein Open-Air-Kino einrichten möchte. Er denkt an die Dekoration, an Palmen, Sand- und Beach-Partys. Auch daran, dass man Bauchtänzerinnen engagieren könnte.

«Man könnte auch Whirlpools aufstellen»

Zwahlen sprudelt nur so vor Vorfreude: «Im Sommer könnte man im Freien auch Whirlpools aufstellen.» Und im breiten Berndüütsch: «I wett eifach gäng öppis neus aabüüte.»Zwahlen glaubt an seine Idee. Der Berner Oberländer will sich auch im Glarner Hinterland niederlassen – zusammen mit seiner Frau und seinem zweieinhalbjährigen Kind. Er hat sich bereits eine Liegenschaft gekauft.

Und er weiss auch schon, wie er die Kundschaft im Stundentakt nach Linthal und sicher wieder zurückbringt. «Mit einem Shuttle-Bus zwischen Tierfehd und Näfels – für fünf bis zehn Franken.»

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