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Die Vernunft als erster Sieger

Der Wintereinbruch hat gestern das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf verhindert. Die Jury brach ab und setzte den Wettkampf auf heute (17.30 Uhr) an.

Südostschweiz
29.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Hans Leuenberger

Skispringen. – Das Geduldsspiel zog sich diesmal besonders nervenaufreibend in die Länge. Erst mit anderthalb Stunden Verspätung ging in Oberstdorf der erste Springer über den Bakken – bereits der Probesprung war gestrichen worden. Danach erhielten nach der Salami-Taktik elf Athleten in 75 Minuten grün. Die Springer mussten bei Schneefall durch den böigen Aufwind gleiten. Der Deutsche Marinus Kraus geriet dabei in eine gefährliche Pendelbewegung und konnte den Sturz nur mit Mühe verhindern. Der ersehnte Abbruch sorgte dann bei fast allen für entspannte Mienen. «Ich bin erleichtert. Es war nicht ungefährlich und hat keinen Sinn mehr gemacht. Für den Sport war es der richtige Entscheid», sagte Deutschlands Trainer Werner Schuster stellvertretend. Auch der Schweizer Coach Martin Künzle pflichtete bei: «Der Abbruch war richtig.»

Entspannter Tag für Ammann

Simon Ammann gereichte die hohe Startnummer zum Vorteil. Im Gegensatz zu den Frühstartern musste er sich nicht ständig aufwärmen und für den Ernstfall bereit halten. Er absolvierte bloss ein Einlaufen und harrte danach im Springerlager der Dinge. Er war nie gezwungen, seine Ski zu schultern und mit dem Lift hochzufahren. «Ich würde hier gerne noch springen», sagte der Toggenburger, während die Organisatoren über die Fortsetzung des deutsch-österreichischen Klassikers diskutierten. Zur Debatte stand aus logistischen Gründen auch ein zweiter vorgezogener Wettkampf in Garmisch-Partenkirchen, wo das Neujahrsspringen stattfinden wird. Dem Wunsch des Vorjahressiegers Ammann wurde entsprochen. Heute (17.30 Uhr) wird erneut in Oberstdorf gesprungen.

In Oberstdorf erfolgte erst die vierte Absage eines Springens im Rahmen der nunmehr 63-jährigen Tournee-Geschichte. 1956 fehlte in Bischofshofen der Schnee, das nahe gelegene Hallein sprang ein. 1979 musste das Neujahrsspringen auf den 2. Januar verschoben werden, und im Winter 2007/2008 gab es die erste «Dreischanzentournee». Ein Föhnsturm in Innsbruck machte zwei Springen in Bischofshofen erforderlich.

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