Die Talgemeinschaft schaut westwärts
Die Sarganserländische Talgemeinschaft heisst neu «Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee». Sie will damit die Verbindung mit den Orten am westlichen Ende des Walensees stärker betonen.
Die Sarganserländische Talgemeinschaft heisst neu «Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee». Sie will damit die Verbindung mit den Orten am westlichen Ende des Walensees stärker betonen.
Von Jerry Gadient
Walenstadt. – «Auch in Zukunft eine Talgemeinschaft» – unter dieses Motto stellte Präsident Guido Städler (Walenstadt) die 57. HV der Sarganserländischen Talgemeinschaft vom Samstag in Walenstadt. Die Tatsache, dass etliche Aufgaben, die von der Organisation früher wahrgenommen wurden, inzwischen in andere Konstrukte übergegangen sind, habe die Talgemeinschaft nicht überflüssig gemacht: «Sie ist eine Art Nichtregierungsorganisation mit breiter Wirkung», hielt Städler fest. Und erfreut sich auch eines starken Rückhalts in Politik, Wirtschaft und Militär, wie ein Blick in die prominent besetzte Versammlungsrunde zeigte.
Ein Anliegen ist es, die traditionelle Verbindung mit den Gemeinden am westlichen Ende des Walensees, also Anstössern von Glarnerland und Linthgebiet, weiter zu pflegen. Die diskussionslos bewilligte Namensänderung in «Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee (TSW)» unterstreicht dieses Anliegen.
Unterscheidung von «Heidiland»
Gleichzeitig soll eine Kommission «ID(ee) Sarganserland» dafür sorgen, dass der Name Sarganserland geschützt und gestärkt wird. Vorstandsmitglied Walter Hug (Bad Ragaz) erklärte dazu, dass man sich über die Verwendung des Begriffs «Heidiland» für das Sarganserland ärgere. Man müsse sich klar von der touristischen Verwendung dieses Ausdrucks abgrenzen und im Alltag für eine korrekte Anwendung der Namen sorgen. Die Tourismusorganisation Heidiland hatte diese Aufregung verursacht, nachdem sie ihren Namen um den Zusatz «Ferienregion» schlicht auf «Heidiland» reduzierte.
Björn Caviezel, CEO der Heidiland Tourismus AG, erklärte an der Tagung, damit sei keine Provokation verbunden gewesen. Doch man habe vielleicht zu stark marketingtechnisch gedacht und zu wenig an die Region. Erste Korrektur-Massnahmen seien eingeleitet, so Caviezel.
Ehrenpräsident Hans Werner Widrig (Bad Ragaz) gratulierte den heute Verantwortlichen zur Neuausrichtung und mahnte, auch künftig alle Gebiete zu beachten.
«Mysteriöse» Organisation
Erfreut über die Aktivitäten der Organisation und auch den Willen, die Glarner Anliegen weiterhin miteinzubeziehen, äusserte sich der Präsident der neuen Grossgemeinde Glarus Nord. Martin Laupper versicherte sein grosses Interesse an der Zusammenarbeit mit der Nachbarregion.
Das Grusswort der St. Galler Regierung überbrachte Regierungspräsident Willi Haag. Nach elf Jahren im Amt sei er erstmals an einer Versammlung der Talgemeinschaft und wisse nun, was hinter dieser «mysteriösen» Vereinigung stecke. Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite und gleich auch für ein geflügeltes Wort gesorgt – das «mysteriös» zog sich wie ein roter Faden durch die weiteren Voten.
Haag hat sein ablaufendes Regierungs-Präsidialjahr unter das Motto «erhalten und gestalten» gestellt – in der Talgemeinschaft habe er ein weiteres Paradebeispiel dafür gefunden. Weiter beteuerte er das Anliegen der Regierung, dass sich die unterschiedlichen Regionen gleichermassen entwickeln können.
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