Die Stadt Rapperswil-Jona will ihre kleine Grösse erhalten
Vom Hafenbecken hinüber zum Bahnhofareal, entlang der Güterstrasse Richtung Tüchi oder zum Zentrum Jona: Die IG RUV (siehe Box) hat klare Vorstellungen, wie die Stadt Rapperswil-Jona in zwanzig Jahren aussehen soll.
Vom Hafenbecken hinüber zum Bahnhofareal, entlang der Güterstrasse Richtung Tüchi oder zum Zentrum Jona: Die IG RUV (siehe Box) hat klare Vorstellungen, wie die Stadt Rapperswil-Jona in zwanzig Jahren aussehen soll.
Von Adrian Huber
Rapperswil-Jona. – Wie soll sich das Gesicht Rapperswil-Jonas verändern? Was bleibt? Was muss weg? Diesen Fragen ist die Interessengemeinschaft Raumentwicklung und Verkehr (IG RUV) in den letzten Monaten nachgegangen. Sie stellte gestern Abend im Katholischen Kirchengemeindehaus Jona die Ergebnisse vor.
«Dieser Klotz muss weg»
Dass es bei den umfassenden Resultaten lediglich um Anregungen und visionäre Ideen geht, nicht um geplante Projekte, betonte zu Beginn Alfred Eichenberger vom Bregenzer Raumplanungsbüro stadtland, das den vier Arbeitsgruppen während der Work-Shops beratend zur Seite gestanden war.Sogleich brachte die erste Rednerin der Gruppe Rapperswil-Jona Süd, Romy Gassmann Peisker, den Brainstorming-Charakter auf den Punkt. «Der Verkehr muss weg», sei das erste gewesen, was ihnen bei der Stadtbegehung durch den Kopf geschossen sei. Und als zweites: «Dieser Klotz muss weg.» Mit «diesem Klotz» meinte Gassmann das Gebäude des Tourist Information Zentrums. «Freie Sicht auf den Zürichsee» forderte sie. Dabei kam das Bestreben zum Ausdruck, das sich bei den anderen Gruppen durchs Band weiterzog: Das Bestreben nach mehr Raum, nach grosszügiger Offenheit.So überlegte sich die Gruppe Rapperswil-Jona Nord, den Stadtbach freizulegen, «damit er sicht- und erlebbar» wird, wie Rednerin Patricia Bucher erklärte. Und sie unterstrich, wie wichtig es für das städtische Leben sei, den ausgewogenen Mix an Gewerbe-, Wohn- und Kulturnutzung beizubehalten. Unter anderem «ein generelles Baumkonzept für die ganze Stadt» wünscht sich die Gruppe Neue Jonastrasse um Präsentator Hans Tobler. Schliesslich hielt Sonja Bucher fest: «Wir wohnen schön und so soll es auch bleiben.» Aber, so die Rednerin der Gruppe Jona Zentrum weiter, sie seien der Meinung, dass dem Joner Stadtkern mehr Leben eingehaucht werden müsse, etwa mit einem Kino oder einem Hallenbad.
Schritt für Schritt zum Ziel
Planer Eichenberger schloss den Kreis, als er die Flut an Ergebnissen auf ein paar Fixpunkte herunterbrach. Letztlich sei ihm aufgefallen: «Die Rapperswil-Joner wollen ihre kleine Grösse erhalten und tragen ihrer Stadt Sorge.»Stadtpräsident Benedikt Würth kommentierte als Schlussredner das Ganze aus Sicht der Stadt, indem er Mögliches und Prüfenswertes von Unmöglichem trennte. «Einen klassischen Zielkonflikt» ortete er in der Forderung nach weniger Verkehr.Die IG RUV hatte sich im Frühling schrittweise an die «Stadtentwicklung bis im Jahr 2030» herangetastet. Der erste Workshop analysierte den Ist-Zustand der Stadt Rapperswil-Jona. Danach ging es um die öffentlichen Räume, deren Verbindungen sowie die beiden Stadtzentren. Die Teilnehmer konkretisierten dann die Ergebnisse mit einer Begehung. Schliesslich wurden die Zukunfsbilder bewertet und nach ihren Prioritäten geordnet.
Die Bevölkerung ist gefragt
Die IG RUV präsentiert ihre Ergebnisse in den nächsten Tagen mit Plakatständern auf dem Engelplatz und beim Kreuz. Die Stadt lädt die Bevölkerung ein, bis am 9. Dezember mit bereitgestellten Feedback-Karten oder online Stellung zu nehmen: Welche Vorschläge gefallen? Gegenüber welchen besteht Skepsis?
www.rapperswil-jona.ch/aktuelles
Rapperswil-Jona. – Vor zehn Jahren gründeten rund 50 Vertreter von Parteien, Verbänden, Quartiervereinen und anderen Organisationen die Interessengemeinschaft Raumentwicklung und Verkehr (IG RUV). Diese hat in den letzten Jahren die Ausarbeitung der Bau- und Zonenordnung begleitet. Zudem wurden seit diesem Frühling in fünf Workshops Zukunftsbilder entworfen, die illustrieren, wie die Stadt Rapperswil-Jona im Jahr 2030 aussehen soll. Laut Medienmitteilung geht die Stadt davon aus, dass aufgrund dieser Skizzen einige Projekte in Angriff genommen werden. (so)
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