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Die spezielle Herausforderung vor bekannten Gesichtern

Carmen Strub ist erst spät zum Ski-OL gekommen. Während des Studiums in Sport- und Bewegungswissenschaften ist sie auf der Suche nach einer Ausdauersportart zum Langlauf gestossen.

Südostschweiz
23.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Eine Kollegin nahm sie schliesslich vor elf Jahren mit an einen Ski-OL. «Ski-OL war für mich damals ideal als Einstieg, weil nicht nur die Ausdauer zählte», erinnert sich Strub. Sie verbesserte sich schnell, und schon bald konnte sie mit der nationalen Spitze mithalten. So erhielt Strub im Dezember 2007 – knapp vier Jahre nach ihrem ersten Ski-OL – ihr erstes Weltcup-Aufgebot und durfte einen Monat später an der EM in ­S-chanf erstmals an internationalen Titelkämpfen teilnehmen. Nach dem Studium zog Strub, die im zürcherischen Volketswil aufgewachsen ist, nach ­Davos. Auch wenn sie nun wieder in Zürich wohnt, startet Strub immer noch für die OLG Chur.

Ihre beste Saison gelang der Sportlehrerin 2012, als sie unter anderem den vierten Rang im Sprint-Weltcuprennen in den USA erreichte. «Danach versuchte ich mich als Profi, um noch bessere Resultate zu erreichten», erklärt Strub. «Ich merkte dann aber, dass mir Sport alleine nicht reicht und dass ich neben dem Sport auch noch eine Beschäftigung brauche.» Am Ski-OL fasziniert Strub, dass jeder Wettkampf anders ist. Auf der Len­zerheide darf sie sich diesen Herausforderungen stellen. «Es ist sehr schön, an der Heim-EM zu starten. Hier sind die bekannten Gesichter, die mich anfeuern und mitfiebern», sagt Strub. Mit dem 15. Rang im Sprint sowie dem Diplomgewinn in der Mixed-­­­Sprint-Staffel hat Strub ihr Ziel erreicht. «Ich möchte an den restlichen beiden Wettkämpfen aber nochmals alles geben», sagt Strub.

Véronique Ruppenthal, die 22-jährige Emserin, betrieb schon früh OL, da auch ihre Eltern Marcel und Ursi aktiv waren. Véronique Ruppenthal gewann als 10-Jährige den ersten von mehreren OL-Schweizer-Meister-Titeln. Anlässlich der Ski-OL Europameisterschaften vor sieben Jahren in S-chanf verfolgte die Familie Ruppenthal den Staffelwettkampf vor Ort. Am selben Tag stand Véronique mit 15 Jahren erstmals mit der OL-Karte auf den Langlaufski und fand rasch gefallen an der Sportart. Teilnahmen an Jugend-Europameisterschaften und Junioren-Weltmeisterschaften folgten. Ihr Hauptstandbein blieb aber weiterhin der herkömmiche OL, wo sie sich vor vier Jahren ebenfalls für die Jugend-EM qualifizieren konnte. Im Alter von 20 Jahren entschied sich Ruppenthal, sich auf den OL zu konzentrieren, um sich dort den grossen Schritt von den Junioren zur Elite zu erleichtern. Für die Heim-EM macht sie nun einen erneuten Abstecher in den Ski-OL. «Weil die EM fast vor meiner Haustüre ist, habe ich mich entschieden, auf diesen Anlass hin wieder spezifisch für Ski-OL zu trainieren.» Der Start auf der Lenzerheide hat für sie zwei Seiten: «Einerseits weckt die Heim-EM zusätzliche positive Emotionen. Andererseits sind die vielen bekannten Gesichter auch eine Herausforderung, wenn es mal nicht so gut läuft.» Am Wochenende haben Ruppenthal und Strub nun nochmals zwei Chancen, vor Heim-Publikum ihr Können zu zeigen.

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