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Die Schwyzer ticken anders

Sorgenbarometer Die Schwyzer sorgen sich vor allem wegen den hohen Krankenkassenprämien. Das ist im Rest der Schweiz jedoch völlig anders.

Südostschweiz
06.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

adm/ab. Was sind die Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer? Und sind das die gleichen, welche auch den Schwyzerinnen und Schwyzern das Leben schwer machen? Dank zwei Umfragen, die unabhängig voneinander entstanden, können Vergleiche gezogen werden.

Fazit: Das Schwyzer Sorgenbarometer unterscheidet sich von demjenigen der gesamten Schweiz beträchtlich. So bleibt gemäss dem Sorgenbarometer, welches die Credit Suisse jeweils Ende Jahr veröffentlicht, die Angst vor Arbeitslosigkeit Sorge Nummer eins in der Schweiz. Sie hat gegenüber 2013 sogar zugenommen. Im Kanton Schwyz werden dagegen ganz andere Prioritäten gesetzt. Das zeigt eine vom «Boten» lancierte repräsentative Umfrage, die Publitest im letzten Herbst bei insgesamt 430 Personen durchführte.

Hohe Prämien, nicht Arbeitsverlust

Es zeigt sich: Die Ängste und Sorgen der Schwyzer haben sich gegenüber dem vergangenen Jahr nur unwesentlich verändert. Die grösste Sorge gilt dabei in allen Altersklassen nach wie vor den zu hohen Krankenkassenprämien. Insgesamt 48 Prozent der Bevölkerung hegen grosse Angst, 35 Prozent bewerten diese Sorgen noch immer als mittelgross. Gesamtschweizerisch sind die hohen Gesundheitskosten zwar auch Anlass zu Sorge, doch in der Rangliste des Sorgenbarometers liegen die Prämien nur auf Platz fünf.

Dazu kommt die Angst vor Alkohol- und Gewaltproblemen bei Jugendlichen, welche immerhin 42 Prozent grosse und 40 Prozent mittlere Sorgen bereiten. Diese beiden Ängste sind seit Beginn der Messung 2007 immer vorne dabei, gleich wie – dieses Jahr an dritter Stelle – die Angst vor der wachsenden Umweltbelastung.

Erst auf dem fünften Platz liegen im Kanton Schwyz Sorgen rund um den Arbeitsplatz (Stress); einen Rang hinter den Ängsten wegen der sozialen Sicherheit (AHV).

Interessant ist die Verteilung zwischen Inner- und Ausserschwyz. Über alle zehn befragten Ängste und Sorgen zeigt sich, dass sich die Innerschwyzer tendenziell eher grössere Sorgen machen als die Ausserschwyzer. Einzige Ausnahme bildet die Frage nach der Angst vor Beziehungsproblemen mit dem Partner, bei dem sich die Ausserschwyzer eher Sorgen machen als die Bevölkerung im inneren Kantonsteil.

Keine Angst vor Alleinsein

Am frappantesten ist der Unterschied bei der Frage nach der Angst vor zu vielen Ausländern. Von den 29 Prozent, die grosse Angst davor haben, lebt die Mehrheit der Befragten im inneren Kantonsteil. Sie machen sich auch mehr Sorgen um ihre Familien.

Schlusslicht des Sorgenbarometers bildet die Angst vor dem Alleinsein. Gerade einmal fünf Prozent haben davor grosse Angst, 20 Prozent machen sich mittlere Sorgen und 75 Prozent haben nur wenig Angst davor. Diese Bedenken waren auch im vergangenen Jahr am Schluss der Tabelle.

Wenn auch gegenüber dem Vorjahr beim Schwyzer Sorgenbarometer Kons­tanz vorherrscht, etwas änderte doch etwas, wenn auch nur leicht: Die Sorgen und Ängste werden aktuell alle etwas höher eingestuft, scheinen also zugenommen zu haben.

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