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Die Mehrheit findet den Politstil okay

Kanton Ruppige Bemerkungen und Kommentare hin oder her: Die Mehrheit der Schwyzer empfindet den hiesigen Politstil als kollegial.

Südostschweiz
24.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Jürg Auf der Maur

Verschiedene Ereignisse und Voten von Schwyzer Kantonsräten haben in den letzten Monaten zu reden gegeben. Diese Woche machte ein «Verrats»-Vorwurf der SVP an die Adresse der Linken von sich reden. Kantonsratspräsident Heinz Winet hebt den Mahnfinger und wiederholt letztlich, was Landammann Andreas Barraud schon verschiedentlich gesagt hat: Der Politstil im Kanton Schwyz hat gelitten, er muss wieder anders werden.

Konstruktiv und kollegial

Die breite Öffentlichkeit sieht das Ganze aber offensichtlich nicht so dramatisch wie die Politiker selber. Gemäss einer Umfrage des «Boten» im vergangenen Herbst bei insgesamt 420 Personen sind mehr als die Hälfte der Befragten der Ansicht, dass die Schwyzer Politik «kollegial» und «konstruktiv» betrieben wird. Je 57 Prozent geben an, diese Beschreibungen würden «sehr» oder «eher» zutreffen. Nur 4 respektive 5 Prozent sind ganz anderer Meinung und sagen, gerade das treffe überhaupt nicht zu.

Übertreibt Landammann Barraud also, wenn er den Kantonsrat zu konstruktiverer Zusammenarbeit aufruft, wie er das am 1. August machte? Vermutlich nicht, denn nur wenige besuchen jeweils die Kantonsratssessionen persönlich. Das öffentliche Bild der Schwyzer Politik ist also eher von Einzelauftritten von Parlamentariern oder Regierungs- und Gemeinderäten dominiert. Und da bekommt man in der Tat eine andere Sicht als im Verlaufe einer oder gar mehrerer Kantonsratsdebatten.

Wenig überraschend ist denn auch ein weiteres Fazit, das sich aus der Umfrage ziehen lässt. Nur ein Viertel (24 Prozent) der Befragten findet, die Schwyzer politisierten «gehässig».

Wenig überraschend ist eine weitere Aussage zum Schwyzer Politstil. 67 Prozent finden, die Schwyzer Politik sei «von den Finanzen dominiert». Das ist nicht zuletzt nach den öffentlichen Debatten samt anschliessenden Abstimmungen über Schwyzer Steuersätze nicht anders zu erwarten. Schliesslich ist auch «Sparen» dauerpräsent.

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