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Die «Grüne Gans» ?besticht durch ihr Lichtkonzept

Goldau Früher hat man einen Lichtschalter gedreht, und es wurde hell. Im neuen Tierpark-Restaurant in Gold­au sorgt ein einzigartiges Lichtkonzept für stimmungsvolle Beleuchtung.

Südostschweiz
05.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Erhard Gick

Im Tierpark Goldau wurde vor wenigen Wochen das neue Restaurant, die «Grüne Gans», eröffnet. So einzigartig der Name des Restaurants ist, genauso einzigartig ist das Beleuchtungskonzept dieses Restaurant-Komplexes. Der Bibelspruch «Es werde Licht, und es ward Licht!» bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Das Elektrizitätswerk Schwyz (EWS) hat im Tierpark-Restaurant ein komplett neues Lichtsystem umgesetzt. Es ist eines der grössten LED-Projekte, welches das EWS bisher umgesetzt hat. Für das Konzept, die Planung und Ausführung war Jonas Betschart, Projektleiter Installationen beim EWS, zuständig. «Bis auf einige wenige Ausnahmen, die technisch bedingt sind, kommt im gesamten Gebäude ausschliesslich LED-Technik zum Zuge», sagt der Licht-Spezialist des EWS. Auch Guido Henseler, Vorsitzender der Geschäftsleitung, betont: «Es handelt sich um ein einzigartiges Projekt in dieser Ausprägung.»

Enorme Energie-Einsparung

Im Tierpark-Gebäude sind rund 360 Leuchten installiert. Wären diese Leuchten mit herkömmlichen Glühlampen ausgestattet, dies bei rund 2000 Stunden Leuchtdauer pro Jahr, hätte dies einen Stromverbrauch von rund 80 000 Kilowattstunden pro Jahr zur Folge. Das entspräche einem Verbrauch von 16 bis 20 Haushaltungen. Dazu Guido Henseler: «Die 360 Leuchten in LED-Technologie verbrauchen bei vergleichbarer Einschaltdauer nur rund einen Viertel, das bedeutet rund 20 000 Kilowattstunden, etwa so viel, wie vier bis fünf Haushalte pro Jahr verbrauchen.» Und Jonas Betschart, der für die Ausarbeitung des Lichtkonzepts im Tierpark zuständig war, versichert, dass im Natur- und Tierpark Goldau selbstverständlich Naturstrom zum Zuge komme.

«Nebst der Energie-Effizienz besticht das LED-Prinzip natürlich auch durch seine lange und wartungsfreie Lebensdauer», erklärt Jonas Betschart anlässlich eines Rundgangs durch das Tierpark-Restaurant Grüne Gans. Konkret: Je länger sich ein Leuchtmittel im Einsatz befindet, desto grösser ist der wirtschaftliche und ökologische Vorteil. Die Lebensdauer von LED kann 50 000 Stunden durchaus überschreiten. Das hängt sehr von der Anwendung ab. Eine LED-Installation in einem Restaurant, Verkaufsladen oder Hotel, wo mit bis zu rund 4000 Betriebsstunden pro Jahr gerechnet wird, amortisiert sich heute in etwa fünf Jahren. «Für uns war die Installation und Umsetzung des LED-Konzepts in dieser Grössenordnung etwas komplett Neues. Für den Tierpark Goldau ist es sicher auch ökologisch und wirtschaftlich eine gute Investition», sagt Jonas Betschart.

Individuelle Steuerung

Theoretisch kann jede der 360 Leuchten individuell angesteuert werden. «Aus praktischen Gründen sind die 360 Leuchten auf rund 30 Gruppen aufgeteilt, das heisst im Schnattersaal deren acht, im Wildsaal fünf, im Federsaal vier, in der Selbstbedienung drei, und es gibt separate Steuerungen für den Eingangsbereich», erklärt Guido Henseler. Für den Tierpark einzigartig sei, dass die LED-Gruppen entsprechend eines Anlasses in den Farben individuell eingestellt werden können. «Die Säle des Restaurants lassen sich also in unterschiedliches Licht tauchen und individuelle Stimmungen erzeugen. Grundsätzlich wird kühles Licht erzeugt, es lassen sich aber verschiedene Szenarien einstellen, etwa bei hellem Tageslicht, bei Bewölkung oder in der Nacht», sagt Betschart. Das Licht könne zentral gesteuert oder in jedem Raum individuell angepasst werden.

Ökologischer Fussabdruck

Das EWS hat bei der Installation dieses Beleuchtungskonzepts eine spezielle Rolle gespielt. So hatte seitens der Tierpark-Direktorin Anna Baumann und bei Gottfried Weber, Präsident der Verwaltungskommission, die Idee bestanden, im Bereich Energieeffizienz einen Beitrag zur Reduktion des ökologischen Fussabdrucks im Tierpark beizutragen. Dies wurde mit dem EWS umgesetzt. Das Elektrizitätswerk hat sich mit einem namhaften Sponsorenbeitrag am Konzept beteiligt und die Mehrkosten gegenüber eines herkömmlichen Lichtkonzepts übernommen. Ein ähnliches Lichtkonzept wie im Tierpark Goldau wird das EW Schwyz auch in seinem neuen Betriebsgebäude, welches im Diesel Ibach realisiert werden soll, einsetzen.

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