×

Die Geschichte von Prometheus

Braunwald. – Im Einführungsreferat am Sonntagnachmittag beleuchtet Michael Eidenbenz die literarischen und philosophischen Bezüge des Wochenthemas – von der griechischen Mythologie über Dichtungen von Herder und Goethe bis zu ethischen Fragen der Gegenwart.

Südostschweiz
08.07.14 - 02:00 Uhr

Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte (das Zeus ihnen verwehrte) und zur Strafe an einen Felsen gebunden seine Leber von einem Raubvogel fressen lassen musste, verkörpert die Selbstermächtigung des Menschen und setzt den (ambivalenten) Fortschritt in Gang.

Während Feuer zerstört, kommt Wasser als Lebensspender daher und verweist auf den Kreislauf des Lebens. Doch als Wirtschaftsgut inmitten mächtiger «Finanzflüsse», abgefüllt und in Flaschen verkauft, ist es längst keine natürliche Ressource mehr, wie Eidenbenz am Beispiel des Monopolisten Nestlé erläutert. Und gerade in jener Zeit, wo die Ausbeutung der Natur gezielt begonnen habe, wurde sie zu einer neuen diesseitigen Religion verklärt. «Des Menschen Seele gleicht dem Wasser, sein Schicksal aber gleicht dem Wind», mit diesem Zitat rundet der Referent seine Überlegungen ab. (swk)

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu MEHR