×

Die Gefahr für Graubünden lauert woanders

Fällt der Schnee zu spät, schallt das Wehklagen von Tourismusmanagern und Politikern lautstark durch die Täler. Dabei lauert im Hintergrund eine weit grössere Gefahr für die Bündner Volkswirtschaft.

Südostschweiz
04.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Dario Morandi Regionalredaktor

<strong>Fällt der Schnee</strong> zu spät, schallt das Wehklagen von Tourismusmanagern und Politikern lautstark durch die Täler. Dabei lauert im Hintergrund eine weit grössere Gefahr für die Bündner Volkswirtschaft. Es ist die Erosion der Wasserkraft. Erstaunlicherweise nimmt das in der Öffentlichkeit kaum jemand zur Kenntnis. Ist halt auch kein sexy Thema, wenn es um Wasserzinsen, Konzessionsabgaben und Heimfallentschädigungen geht.

<strong>Der Energiesektor</strong> ist neben dem Tourismus die zweite Haupteinnahmequelle in Graubünden. Dank des steten Geldflusses aus der Wasserkraft ist sie seit Jahrzehnten Garant für das Wohl- ergehen einer Randregion, die nicht viel mehr zu bieten hat als Tourismus, Landwirtschaft, etwas Gewerbe und ein bisschen Industrie. Wird diese Einnahmequelle noch dünner oder versiegt sie gar, wird es wirklich ernst. Dann darf der Letzte in Graubünden das Licht löschen. Die Politik ist sich dessen zwar bewusst, das Problem zu lösen, war sie bisher aber nicht in der Lage. Gegen Fehlentwicklungen im Ausland, wo Windkraft hoch subventioniert wird und Kohle-Dreckschleudern marktverzerrend Strom zu Tiefstpreisen produzieren, lässt sich hierzulande kaum etwas ausrichten. Wohl aber auf nationaler Ebene, wo bei der Energiepolitik ebenfalls erheb- licher Korrekturbedarf.

dmorandi@suedostschweiz.ch

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Zeitung MEHR