×

Die CVP setzt auf politische Schwergewichte

zug Nun ist klar: Peter Hegg­lin will Ständerat werden und Gerhard Pfister Nationalrat bleiben. Offen bleibt, ob es zu Listenverbindungen kommt.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

red. Das Wahlziel der CVP für den Herbst 2015 steht fest: Sie will auch in der neuen Legislatur sowohl mit einem Ständerat als auch mit einem Nationalrat in Bern vertreten sein. Die Chancen dafür beurteilt die Parteileitung als gut. Gerhard Pfister: «Wenn wir im Herbst einen engagierten Wahlkampf führen und mobilisieren können, dann ist es möglich.» Seit gestern ist nun öffentlich, wer die Nachfolge von Ständerat Peter Bieri anstrebt: Noch-Regierungsrat Peter Hegglin (53). Dies ist weiter keine Überraschung, denn der Menzinger wird seit geraumer Zeit als Kronfavorit gehandelt. Doch er selbst hielt sich mit Äusserungen stets zurück und verwies immer wieder darauf: «Ich brauche Bedenkzeit, denn ich muss mir diesen Schritt gut überlegen.»

«Kandidatur ist eine Chance»

Das hat er offensichtlich in den letzten Wochen getan und ist zum Entschluss gelangt: «Ich machs.» Zwar sei sein Terminkalender voller spannender Themen und Aufgaben, betonte er an der gestrigen Medienkonferenz. Das bereite ihm sehr viel Freude und Befriedigung. «Diese Gründe machten es mir sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen.» Seine Kandidatur beinhalte aber auch Chancen. «Ich eröffne mit meinem Weggang eine Chance für neue, unverbrauchte Kräfte. Für mich ist sie eine Chance, noch einmal etwas Neues zu wagen.» Dazu komme, dass er gerade in der Finanz- und Steuerpolitik sehr viel Erfahrung mitbringe. «Zug hat eine starke Rolle in der Schweiz, und ich habe das Rüstzeug und möchte einen Beitrag leisten.» Den da und dort geäusserten Vorwurf, Peter Hegglin verlasse ausgerechnet jetzt den Kommandostand, wo er in Anbetracht der angespannten Finanzlage des Kantons besonders gefordert sei, weist er entschieden zurück. «Ich glaube, den besten Moment für einen Rücktritt als Regierungsrat gibt es nicht.» Aber bis zu seinem möglichen Abgang seien die wesentlichen Entscheidungen bezüglich Sparprogramm gefällt. «Ich werde jedenfalls bis zur letzten Minute voll mitwirken. Wir arbeiten mit Hochdruck am Programm.»

Alles geklärt

Für den Nationalrat stellt sich Gerhard Pfister für weitere vier Jahre zur Verfügung – nicht zuletzt deshalb, «weil es mir gefällt, Wahlkampf zu machen». Vor allem habe er aber seine beruflichen und politischen Voraussetzungen geklärt. Beruflich sei er seit August 2014 nicht mehr operativ tätig, was die Organisation seiner Präsenz in Bern weniger aufwendig mache als bisher. Politisch habe er nach 12 Jahren Bern nach wie vor grosse Freude, im Nationalrat zu wirken. An spannenden Themen fehle es nicht. Pfister verwies auf die Migration, die Asylpolitik, die Aussenpolitik und sein Wirken im Europarat. Mit Blick auf Zug gelte es weiterhin, das was politisch mehrheitsfähig und möglich sei, zu vertreten und zu verteidigen. «Das ist – wie die gegenwärtige NFA-Diskussion zeigt – recht schwierig. Aber wir müssen weiterhin in Bern zeigen, dass man die Schwachen nicht stärker macht, indem man die Starken schwächt.» Sowohl für ihn wie für Hegglin ist ein Kantonsreferendum gegen den NFA nicht chancenlos.

Ob die CVP für die Nationalratswahlen mit der FDP und eventuell anderen Parteien eine Listenverbindung eingeht, dies diskutiert man gegenwärtig. Möglich ist eine Verbindung mit der FDP (wie vor vier Jahren), unwahrscheinlicher eine mit der SVP. Sicher ist, dass die Partei mit zwei Listen antritt.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Zeitung MEHR