Details zum Tod am Chöpfenberg
Der Mountainbikesport trauert. Am Glarner Chöpfenberg ist Erwin Wildhaber vom Scott-Swisspower-Team tödlich verunglückt. Beim Bergunfall verletzt werden die beiden Ex-Rad-Cracks Thomas Frischknecht und Andreas Seeli.
Der Mountainbikesport trauert. Am Glarner Chöpfenberg ist Erwin Wildhaber vom Scott-Swisspower-Team tödlich verunglückt. Beim Bergunfall verletzt werden die beiden Ex-Rad-Cracks Thomas Frischknecht und Andreas Seeli.
Von Martin Meier
Näfels. – Die Tragödie hat sich am letzten Montag gegen 16.30 Uhr ereignet: «Nun ist öffentlich, dass es sich beim tödlich verunglückten Berggänger um eine der bekannten Figuren im Schweizer Mountainbikesport handelt», steht seit dem Donnerstag auf der Website des Schweizer Mountainbike-Magazins «Ride».
Technisches Rückgrat von Schurter
«Erwin Wildhaber war das technische Rückgrat von Nino Schurter und Florian Vogel und bei der Umsetzung der neuen Rennmaschine auf 27,5-Zoll-Laufräder die treibende Kraft», ist weiter zu lesen.
Seit Jahren sei er auch der Mechaniker der Nationalmannschaft und an den Olympischen Spielen in London mit dabei. «Er war ein fester Teil der internationalen Rennszene und durch seine fröhliche und umgängliche Art allseits beliebt.» Und: «Er wird mit seiner Persönlichkeit und seinem Fachwissen im Bikesport eine grosse Lücke hinterlassen.»
Im Abstieg ausgerutscht ...
Erwin Wildhaber ist im Abstieg vom Glarner Grenzgipfel Chöpfenberg ausgerutscht. «Beim Abstieg auf einer steilen Wiesenflanke rutschte Erwin aus und blieb so unglücklich an meinem Stock hängen, dass wir gemeinsam und ineinander verhängt die Wiese hinunterrollten und dabei Andi Seeli mitrissen», erklärt Thomas Frischknecht, der Mountainbike-Weltmeister und Olympia-Silbergewinner von 1996 später.
... und über Felswand gestürzt
In kurzer Zeit hätten sie so viel Tempo aufgenommen, dass sie ausser Kontrolle gerieten, fährt Frischknecht weiter. Seeli und Frischknecht kamen zum Stillstand, nachdem sie über 200 Meter auf der Wiese gerutscht waren, während Wildhaber scheinbar das Bewusstsein verlor und ohne Gegenwehr über ein Felsband stürzte.
Ehrung von Todesfall überschattet
Andreas Seeli verletzte sich ebenfalls schwer und musste mit mehreren Knochenbrüchen mit der Rega ins Kantonsspital Chur überführt werden. Thomas Frischknecht brach sich beim Unfall den Fuss, ist allerdings wieder zu Hause.
Nur zwei Tage nach dem tragischen Vorfall hat Nino Schurter die Ehrung zum Radsportler des Jahres entgegengenommen. Die Zeremonie stand denn auch ganz im Zeichen seines verstorbenen Freundes und langjährigen Wegbegleiters.
«Ich widme alle meine Preise und Resultate, die ich in diesem Jahr erreicht habe, meinem ehemaligen Mechaniker und Freund Erwin. Es ist gewaltig, was ich mit ihm erleben durfte», sagte Schurter nach der Ehrung gegenüber der Sportinformation.
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