Der Pilot hat die Flugplätze verwechselt
alpnach/buochs Weil ein Pilot zwei Flugplätze verwechselte, kam er im September 2012 gefährlich nahe an Helikopter der Luftwaffe heran.
alpnach/buochs Weil ein Pilot zwei Flugplätze verwechselte, kam er im September 2012 gefährlich nahe an Helikopter der Luftwaffe heran.
sda/mvr. Gemäss dem gestern veröffentlichten Bericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) war der Pilot mit seiner Piper Cheyenne im deutschen Münster-Osnabrück gestartet und wollte in Buochs landen. Er erhielt vom Flugplatz die Landebewilligung, setzte dann aber zur Landung auf dem Militärflugplatz Alpnach an. Als er den Irrtum bemerkte, startete er durch und überflog einen Super-Puma-Helikopter der Schweizer Luftwaffe in einem Abstand von nur rund 90 Metern. Der Helikopter wollte zusammen mit einer zweiten Maschine in Alpnach landen. Die Sust stuft diese Annäherung in ihrem Bericht als «schweren Vorfall» ein. Der Pilot habe nur über ein unzureichendes Bewusstsein seiner Position verfügt. Warum es zur Verwechslung der Flugplätze kam, bleibt offen. Für den Piloten war Alpnach besser sichtbar als Buochs. Die Sust hält es deshalb für wahrscheinlich, dass er die Flugplätze früh verwechselte und Buochs nie bewusst gesehen hatte. Möglich sei auch eine spätere Verwechslung. Beim Fliegen im Gebirge bestehe die Gefahr, dass Täler verwechselt würden, so die Sust.
Wohl vermeidbar gewesen
Weil das Flugzeug ausblieb, kontaktierte die Flugverkehrsleitung von Buochs jene von Alpnach, die daraufhin den Helikopterverband informierte. Radardaten zum Flugweg der Piper standen den Flugverkehrsleitern nicht zur Verfügung. Hätten die Flugverkehrsleiter über solche Daten verfügt, hätte der Vorfall «mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im Ansatz vermieden werden können», schreibt die Sust.
Zu lange nicht mehr geflogen?
Der Pilot hatte im August 2012 noch ein Flugtraining absolviert, war vorher aber elf Monate lang nicht mehr geflogen. Er musste darum bis 12. September auf die vorgeschriebenen zwölf Flugstunden kommen, was möglicherweise den Druck auf ihn erhöht haben könnte, einen ausgedehnten Flug zu unternehmen, «obwohl die Wetterbedingungen für einen Sichtflug kritisch waren», schreibt die Sust weiter. «Jedenfalls beschloss der Pilot, die reduzierten Sichtverhältnisse an diesem Tag bewusst zu nutzen und einen Flug durchzuführen», heisst es im Bericht.
Durch den zeitweiligen Ausfall der Bodensicht sei der Pilot «in eine gefährliche Situation» geraten, was ihm auch bewusst geworden sei. Dass er sich in dieser Phase ausschliesslich auf die Führung des Flugzeuges und die Vermeidung eines Kontrollverlustes konzentrierte, «war folgerichtig und verhinderte einen möglicherweise fatalen Ausgang des Fluges», folgert die Sust.
Smartphone zu Hilfe geholt
Alles in allem habe der Pilot «die Wettersituation zu optimistisch» beurteilt und den Entscheid zur Umkehr zu spät gefällt. Als er wieder ausreichend Bodensicht hatte, sei er der erstbesten Strasse gefolgt, «in der Hoffnung, bald aufgrund von Elementen am Boden die geografische Orientierung zurückgewinnen zu können. Als sich die Sichtverhältnisse nochmals verschlechterten, verwendete er dann sein Smartphone, um eine ungefähre Positionsbestimmung vorzunehmen.»
In dieser kritischen Situation hätte er Hilfe beispielsweise vom Tower in Emmen anfordern können, stellt die Sust fest. Er hätte dort wohl die nötige Unterstützung bekommen. Sicherheitsempfehlungen gibt die Sust nach dem Zwischenfall keine ab.
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