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Der Kampf gegen die Mini-Krisen

Fussball YB und der FCZ stehen heute beide im Europacup-Einsatz. Beide Teams wollen mit einem guten Auftritt ihre Mini-Krisen überwinden.

Südostschweiz
02.10.14 - 02:00 Uhr

«Der FCZ wird weiter angriffig spielen.»

Urs Meier,?Trainer FC Zürich

si. Der FC Zürich ist vor dem Heimspiel in der Europa League gegen Mönchengladbach etwas aus dem Tritt geraten. Seit dem Fehltritt gegen Limassol holte er in der Super League in zwei Spielen nur einen Punkt. Auch die Europacup-Bilanz gegen Bundesliga-Klubs macht kaum Mut.

Dennoch sieht man im Stadtklub das Duell mit dem Zweiten der Bundesliga vor allem als Chance, die aktuelle Mini-(Resultat-)Krise zu meistern. «Gegen Gladbach müssen wir nicht dominieren, wir sind nur der Aussenseiter», so Trainer Urs Meier. Er hofft, dass sich das Blatt gegen einen an sich übermächtigen Gegner wendet. Denn was zuletzt auffiel: Der FCZ spielte optisch gut, dominierte den Gegner, vergab aber zu viele Chancen. Sie müssten effizienter werden, forderte deshalb Meier. «Killer-Instinkt» brauche es, bemühte er das übliche Sport-Vokabular. Aus dem spielfreudigen FCZ will er gleichwohl kein zynisches Konter-Team machen. «Der FCZ wird weiterhin angriffigen und mutigen Fussball spielen.»

Der Auftritt in Zürich ist auch für Gladbach-Trainer Lucien Favre etwas Besonderes. «Wir wollen unbedingt die nächste Runde erreichen», sagte er. Vor allem aber will Favre auf keinen Fall gegen den Klub verlieren, den er selbst als Sprungbrett für seine beachtliche Karriere in Deutschland bezeichnet hat. Er will nicht der erste Trainer sein, der mit einem Bundesligisten dem FCZ unterliegt.

Welches Gesicht zeigt YB in Prag?

Die Young Boys sind eine Wundertüte. Höhenflug und Crash liegen nahe beieinander. Die grosse Frage vor dem heutigen Gastspiel in der Gruppe I der Europa League bei Sparta lautet deshalb: Welches Gesicht zeigt YB in Prag?

«Vollgas», lautet die Parole von Trainer Uli Forte. «Wir treffen auf ein heim- und spielstarkes Team mit viel Offensiv-Po­wer. Da heisst es dagegenhalten, konzentriert bleiben und einige Arbeit verrichten.» Nach dem Höhenflug mit dem 5:0-Kantersieg gegen Slovan Bratislava beim Auftakt in die Gruppenphase folgte zwei Tage danach im Schweizer Cup der klägliche Absturz. Das 0:1 mit einer zweiten Auswahl beim fünftklassigen Buochs zeitigte Folgen: Es hagelte harsche Kritik und saftige Bussen, und noch elf Tage nach der Schmach spricht Forte von einer «Katastrophe mit vielen Fehlern, auch Eigenfehlern meinerseits». Er hätte nicht so viel rotieren dürfen, habe aber daraus seine Lehren gezogen. «Gefreut hat mich die Reaktion meiner Mannschaft. Sie hat mit ihren Siegen in Sitten und gegen einen starken FCZ Moral und Charakter gezeigt. Darauf müssen wir bauen und unsere Leistungen festigen.»

Die Young Boys bestreiten in Prag ihr 50. Spiel in der Europa League, die früheren UEFA-Cup-Einsätze eingerechnet. Die Berner sind im jetzigen Wettbewerb noch ungeschlagen. Gegen Ermis Aradippou aus Zypern (h 1:0, a 2:0) in der 3. Runde der Qualifikation und gegen Deb­recen aus Ungarn (h 3:1, a 0:0) in den Playoffs sowie mit der Gala gegen Slovan Bratislava (5:0), dem höchsten Berner Sieg im Europacup generell, konnten Ausrutscher vermieden werden. Können die Berner diese Serie heute verlängern?

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