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In der Alexanderhausklinik Davos fliegen die Fetzen

Die hochtrabenden Pläne mit der als Hotelbetrieb geführten Davoser Alexanderhausklinik scheinen sich in Luft aufzulösen. Weil keine Miete bezahlt worden sei, wurde der Mieterin gekündigt. Diese bestreitet das und will nicht ausziehen.

Südostschweiz
28.09.11 - 02:00 Uhr

Von Béla Zier

Davos. – Zwei Millionen Franken sollten in den Ausbau der ehemaligen Davoser Alexanderhausklinik investiert und rund 100 Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies beinhaltete das letzten Februar bei der Gemeinde Davos eingereichte Gesuch für die Umnutzung des Klinikgebäudes in ein Hotel. Dass die Antragsstellerin, die Luzerner Swiss Hospitality Industries Holding AG (SHI), als Generalmieterin des Gebäudes ihre Pläne noch umsetzt, scheint unrealistisch; ihr wurde schon per Ende Juli gekündigt. Das bestätigte Manfred Löer gestern auf Anfrage. Seiner Firma SPI Real Estate AG gehört die Alexanderhausklinik seit 2006.

Nach dem Konkurs der im Alexanderhaus eingemieteten Alpinen Kinderklinik stand das grosse Gebäude seit Mai 2010 leer. Im Dezember 2010 präsentierte Löer mit der von Düring Management AG aus Luzern eine neue Geschäftspartnerin. Ihre Tochtergesellschaft, die SHI, betreibt die Klinik seither als Generalmieterin mit provisorischer Bewilligung der Gemeinde Davos als 3-Stern-Hotel.

Bezirksgericht ist eingeschaltet

Wie Löers Rechtsvertreter erklärte, hat die SHI nie eine Mietzinsüberweisung geleistet. Deshalb wurde eine Betreibung über mehrere hunderttausend Franken eingeleitet. Dagegen hat die SHI Rechtsvorschlag erhoben, jetzt läuft das Verfahren zur Rechtsöffnung. Auch die Kündigung selbst wurde angefochten, derzeit behandelt das Bezirksgericht Prättigau/Davos ein Ausweisungsverfahren gegen die SHI.

Bodo von Düring bestätigte auf Anfrage die verschiedenen rechtlichen Verfahren. Er ist gemäss dem Handelsregister des Kantons Luzern sowohl bei der von Düring Management AG als auch bei der SHI das einzige eingetragene Mitglied. Wurde wirklich nie Miete bezahlt? Von Düring: «Das stimmt nicht. Wir haben verschiedenste Forderungen miteinander verrechnet. Ins Detail gehen will ich nicht.» Gegenüber der «Südostschweiz» gab sich von Düring trotz der harten Auseinandersetzung mit Löer unbekümmert: «Wir nehmen das recht locker. Wir sind ziemlich schnell in das Ganze eingestiegen, in der Zwischenzeit mussten wir leider einiges lernen.» Man wolle «auf jeden Fall» mit dem Hotelbetrieb in der ehemaligen Klinik verbleiben, und an den Ausbauplänen für die Umnutzung halte man auch fest. Auf die Frage, ob die SHI konkurs sei, meinte von Düring nur: «Nein, die hat gewaltige Forderungen gegen Löer.»

Löer sucht Nachfolger für das Hotel

Dass die SHI Forderungen gegen ihn geltend macht, bezeichnete Löer als «Quatsch». Für die SHI sieht er in der Alexanderhausklinik keine Zukunft mehr: «Das Vertrauen ist vollständig ausgelöscht.» Löer rechnet damit, dass in den nächsten vier Wochen der Ausweisungsbeschluss vorliegt und die SHI das Gebäude verlassen muss. Er befände sich bereits auf der Suche nach Nachfolgelösungen und sei im Gespräch mit Interessenten, die das Hotel weiterführen wollen.

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