Der Absturz bleibt rätselhaft
Die ersten Opfer des Air- Asia-Absturzes sind geborgen, doch der Flugschreiber bleibt verschollen. Das Internet ist auch deshalb voll mit Falschinformationen.
Die ersten Opfer des Air- Asia-Absturzes sind geborgen, doch der Flugschreiber bleibt verschollen. Das Internet ist auch deshalb voll mit Falschinformationen.
Von Barbara Barkhausen
Pangkalan Bun. – Die Suche nach den Gründen für den Absturz der Air-Asia-Maschine hat begonnen. Und auch die Bergung der Opfer. Eine 49-jährige Grundschullehrerin, die mit ihrer Tochter, ihrem Ehemann und ihrer Schwiegermutter in Singapur Ferien machen wollte, war das erste identifizierte Opfer des Flugzeugs, das am letzten Sonntag auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur abgestürzt war. Die meisten der 162 Menschen an Bord sind nach wie vor verschollen – doch die Hoffnung, dass irgendjemand das Unglück überlebt haben könnte, ist verschwindend gering. Bis gestern wurden 30 Leichen aus dem Meer geborgen.
Serie an Falschmeldungen
Die Beweislage ist ohne den noch nicht gefundenen Flugschreiber konfus. Bei der Suche nach dem Wrack sollen nun Taucher und Sonargeräte den Durchbruch bringen – es wird in der Javasee in relativ flachem Wasser in lediglich 25 bis 32 Metern Tiefe vermutet. «Wir haben Holzplanken gesehen, die als Flugzeugteile beschrieben wurden. Und wir haben Berichte gehört von Leichen, die Schwimmwesten trugen. Und Berichte, dass der eigentliche Flugzeugrumpf am Grund der Javasee gefunden wurde. All das wurde später wieder dementiert», sagt der australische Luftfahrtexperte Geoffrey Thomas. «Viel zu viele Leute geben Informationen raus – und zu viele Leute nutzen das Unglück, um sich wichtig zu machen.»
Auch zu den Gründen des Absturzes kursieren Theorien. Die aktuellste lautet, dass der Pilot eine Wasserlandung schaffte und das Flugzeug erst später von den Wellen überrollt wurde. Sie wurde durch die Falschmeldung befeuert, dass ein Opfer mit Schwimmweste gefunden worden sei. Doch wäre an dieser Version etwas Wahres dran, so hätten die Piloten laut Thomas noch genug Zeit gehabt, um einen Notruf absetzen zu können.
Seiner Meinung nach entwickelt sich die Suche zur «tragischen Farce», obwohl sich die Ermittlungen eigentlich einfacher gestalten sollten als im Fall der Air-France-Maschine, die 2009 über dem Atlantik abgestürzt war. «Dort war das Wasser 3000 Meter tief», so Thomas. «Allerdings ist die Javasee auch voll mit alten Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg und gesunkenen Schiffswracks.»
Radarbild führt zu Spekulationen
Den einzigen schriftlichen Beweis lieferte bisher der indonesische Flugexperte Gerry Soejatman. Ihm wurde ein Radarbild von Flug QZ 8501 zugespielt, auf dem sich erkennen lässt, wie das Flugzeug um 9000 Fuss pro Minute in die Höhe stieg, um dann mit 11 000 Fuss pro Minute – und kurzzeitig sogar mit bis zu 24 000 Fuss pro Minute – in die Tiefe zu stürzen. Damit wäre das Flugzeug in weniger als einer Minute vom Radarschirm verschwunden. Etwas, das den fehlenden Notruf erklären würde, da die Piloten in dieser Zeit sicher alles unternommen hätten, um das Flugzeug noch zu retten, wie der deutsche Experte Rico Merkert erklärt. «Die sehr schnelle Änderung der Flughöhe und dass der Pilot keinen weiteren Funkspruch abgegeben hat, lassen vermuten, dass das Flugzeug tatsächlich relativ schnell ausser Kontrolle geraten ist.»
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