Den Alpenraum besser vor Licht schützen
Eine Online-Petition will das Beleuchten im Alpenraum eindämmen. Dark Sky Switzerland hat schon fast 5000 Unterschriften gesammelt. Diese sollen Bundesrätin Doris Leuthard überreicht werden.
Eine Online-Petition will das Beleuchten im Alpenraum eindämmen. Dark Sky Switzerland hat schon fast 5000 Unterschriften gesammelt. Diese sollen Bundesrätin Doris Leuthard überreicht werden.
Von Milena Caderas
Chur/Bern. – Seit dem 27. April sammelt der Verein Dark Sky Switzerland im Internet Unterschriften. «Zur Erhaltung der Nacht im Alpenraum» heisst die Online-Petition gegen Lichtverschmutzung. «Wir sind im Endspurt. Uns fehlen noch gut 400 Unterschriften», sagt Rolf Schatz, Geschäftsstellenleiter bei Dark Sky Switzerland. Wenn 5000 Unterschriften beisammen sind, wird die Petition Energieministerin Doris Leuthard übergeben.
Nächtliches Beleuchten für touristische Zwecke und Spektakel im Alpenraum sind Dark Sky ein Dorn im Auge. «Die Alpen werden immer mehr mit Licht bestrahlt», heisst es in einer Medienmitteilung zur Petition.
Warum muss ausgerechnet der Alpenraum vor Lichtverschmutzung geschützt werden? «Die Alpen sind ein Refugium mit naturnahen Reservaten für die Biodiversität unseres Landes. Werden auch diese noch mit Licht verschmutzt, gehen auch noch die letzten intakten Ökosysteme kaputt», schreibt Dark-Sky-Präsident Lukas Schuler.
Feier im Wallis als Ursprung
Auslöser für die Online-Petition ist eine geplante Feier im Wallis. 2015 feiert der Kanton Wallis sein 200-jähriges Bestehen; 1815 trat das Wallis der Eidgenossenschaft bei. Dieses Jubiläum soll unter anderem mit einer grossen Lichtshow gefeiert werden. Um Widerstand gegen die Lichtverschmutzung im Wallis zu leisten, wurde unter anderem die Online-Petition ins Leben gerufen. Die Lichtshow zum Jubiläum wird voraussichtlich trotzdem stattfinden.
Die Petition hat aber weit über den Kanton Wallis hinaus für Aufsehen gesorgt. Zu den Petitionären gehört auch die Bündner SP-Nationalrätin und Präsidentin von Pro Natura Schweiz Silva Semadeni. Die Aktion wird von verschiedenen Organisationen unterstützt – unter anderem von der Alpenschutz-Organisation Mountain Wilderness oder der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft.
Mit dem Verlauf der Unterschriftensammlung ist Präsident Schuler zufrieden. «Für unsere Vereinsgrösse ist das ein schöner Erfolg», schreibt er. Der Verein Dark Sky Switzerland zählt etwa 400 Mitglieder.
Echo für das Anliegen
Dark Sky Switzerland warnt seit Jahren vor der Lichtverschmutzung. Gestützt wird das Anliegen auch von der Politik. Erst vorletztes Jahr wurden Massnahmen gegen die Lichtemission beschlossen. Für Beleuchtungsanlagen sollen Richtwerte definiert werden. Erklärtes Ziel ist es, die Auswirkungen von künstlichem Licht auf Mensch und Tier einzudämmen. Gestützt wurden die Anliegen der Lichtverschmutzungs-Bekämpfer auch durch das Bundesgericht. Dieses hat kürzlich entschieden, dass überflüssiges Beleuchten von Naturräumen zu verhindern sei.
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