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Demokratie an der Schule mit dem Schulparlament

Immensee Das Schulparlament ist am Gymi ein wichtiges Element der Betriebskultur. Die Traktandenliste ist immer reich befrachtet.

Südostschweiz
27.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

pd/red. Punktgenau eröffnet Mirza Dedic die Sitzung des Schulparlaments, das alle zwei Wochen am Gymnasium Immensee tagt. In der Runde sitzen zwölf Schülerinnen und Schüler aller Gymnasialstufen, diesmal ist auch der Prorektor Christoph König dabei. Die Traktandenliste ist reich befrachtet. Zuerst gehts um das Selbstorganisierte Lernen (SOL). Der Unterricht am Gymi Immensee ist aufgeteilt in den normalen Lektionenbetrieb und Zeit für die selbstständige Erledigung von Zusatzaufträgen. Doch da gibts in den dritten Klassen ein Problem. Christoph König rechnet vor, dass die Lektionen-Präsenzzeit in den 3. Klassen pro Schüler und Woche 24,5 Stunden beträgt. Dazu kamen bisher 10 Stunden Aufgaben und 12 Stunden Lernzeit für Grossprüfungen – macht also 46,5 Stunden. Eine vertretbare Arbeitszeit, finden beide Seiten, wenn man den Vergleich zieht mit der Arbeitsbelastung einer Berufslehre und die Ferien mit einrechnet.

Aber was ist mit der zusätzlichen Zeit, die die Schülerinnen und Schüler für das Selbstorganisierte Lernen aufwenden? Die Frage ist berechtigt. König macht einen Vorschlag, in dem die Richtwerte für SOL und Hausaufgaben gesenkt werden. Die Schulparlamentarier sind einverstanden, dass ein Pilotversuch mit dieser Neuregelung gestartet wird. Zur Kontrolle erfassen die SOL-Verantwortlichen der Klassen die wöchentliche Arbeitszeit. Die Klassenlehrer sorgen dann dafür, dass die Anzahl SOL-Aufträge stimmt und die Richtwerte eingehalten werden. «Es geht hier nicht darum, im engeren Sinn mitentscheiden zu können», sagt Mirza Dedic, der Präsident des Schulparlaments. «Wir machen aber die Erfahrung, dass unsere Anliegen vom Rektorat und von der Lehrerschaft ernst genommen werden – wir fühlen uns so wie Mitarbeiter in einem gut geführten Betrieb.»

«Eine wichtige Funktion des Schulparlamentes liegt darin, in offenen Diskussionen gegenseitiges Verständnis zu schaffen», sagt König.

Die Schüler sehen ein, dass sie kollektive Selbstverantwortung einüben müssen. Das ist für die Schulkultur viel besser als eine hart kommunizierte Regel und eine überbordende Bürokratie. Es gibt aber auch klare Dinge, die sofort einleuchten und umgesetzt werden. So beschliessen Schulparlament und Prorektor, dass das Internet schon ab 07.00 Uhr freigeschaltet wird, um früher eintreffenden Schülerinnen und Schülern das Arbeiten zu ermöglichen.

Mehr als ein Lerntempel

Offensichtlich begreifen auch die Schüler das Gymi Immensee nicht einfach als Lernort, sondern als Gemeinschaft.

So hat sich aus dem Schulparlament heraus eine Schülerorganisation gebildet, die etwas Spass und Lockerheit in den Schulalltag bringen will – zum Beispiel mit sogenannten «Motto-Tagen», an denen, wer will, man gemäss einem Thema verkleidet zur Schule kommt. «Wir finden es schön, wenn die Schülerinnen und Schüler das Gymi Immensee auch als Ort des Zusammenlebens wahrnehmen», sagt König.

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