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Davos im Halbfinal, «Causa von Arx» kaum mehr lösbar

Der HC Davos steht beim Spengler Cup im Halbfinal. Nach einem Geknorze gegen Kroatiens KHL-Team Zagreb gewann der HCD 1:0. «Knorz» auch neben dem Eis: In der «Causa von Arx» deutet fast nichts mehr auf eine Einigung.

Südostschweiz
29.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Kristian Kapp

Eishockey. – Der Spengler Cup ist nicht nur das Turnier, an dem der HC Davos seine Existenz in der NLA sichert, grosse Erfolge feiert und das Eishockey als Fest zum Jahresabschluss zelebriert, bevor der Ernst des Lebens, der Weg Richtung Play-offs, wieder beginnt. In der Altjahreswoche entwickelte sich auch eine Art Tradition, Vertragsverlängerungen feierlich bekannt zu geben. An potenziellen Spielern fehlt es auch dieses Jahr nicht: Leonardo Genoni, mit dem immerhin eine mündliche Einigung für zwei weitere Jahre herrscht, Beat Forster, Samuel Guerra, Noah Schneeberger, Gregory Sciaroni und Headcoach Arno Del Curto. Offiziell verkündet wurde dieses Jahr indes noch keine Unterschrift unter einen neuen Vertrag, auch wenn die Verhandlungen zumindest bei Sciaroni, Guerra und Schneeberger auf gutem Wege sind.

Und da gibts noch die «Causa von Arx». Auch die Verträge der beiden Brüder Reto und Jan, seit rund 20 Jahren im HCD spielend, laufen Ende Saison aus. Eine Einigung scheint in beiden Fällen indes immer unwahrscheinlicher. Reto von Arx hatte am Samstag im Interview mit der «Südostschweiz» für Wirbel gesorgt, weil er die Verhandlungen in einer Sackgasse sah: «Wir fanden keine Lösung, es sieht nach einer Trennung aus.» Und weil die beiden Brüder nur gemeinsame Sache machen wollen, gilt dies alles auch für Jan.

Anfrage aus Langnau hypothetisch

Der HCD und sein Präsident Gaudenz Domenig relativierten zwar umgehend: «Aus meiner Sicht sind wir immer noch im Gespräch.» Gestern gab es aber keine weiteren Verhandlungen mehr, wie beide Seiten bestätigten. Ausgerechnet im «Eissplitter», der offiziellen Turnierzeitung des Spengler Cup, wurde zudem noch eine mögliche sofortige Übernahme der beiden Von-Arx-Brüder durch NLB-Leader Langnau, ihrem Stammklub, ins Spiel gebracht. Dort bestätigte Domenig, so einer Lösung nicht im Wege zu stehen. Allerdings müsse man den Zusammenhang sehen, betonte Domenig auf Anfrage der «Südostschweiz»: «Es war eine rein hypothetische Frage eines Langnauer Journalisten. Ich habe bloss bejaht, dass wir bei derart verdienstvollen Spielern nicht im Weg stehen würden, wenn sich eine für alle Beteiligten mögliche Lösung ergeben würde.» Und die «Anfrage» aus Langnau? Domenig: «Im Moment gibt es keine Anfrage aus Langnau. Ich machte vielleicht den Fehler, auf eine hypothetische Frage überhaupt eine Antwort zu geben.» Reto von Arx deutete dies aber anders, wie er nach dem gestrigen Spiel gegen Medvescak sagte: «Wenn Davos bereit wäre, uns bei Anfragen anderer Klubs ziehen zu lassen, muss ich davon ausgehen, dass der Fall für den Klub abgeschlossen ist.» Verhandlungen habe er gestern geführt, sagte von Arx. «Aber mit anderen Klubs, nicht mit Davos.»

Davos heute spielfrei

Sportlich war der Davoser Tag gestern erfolgreich. Ein 1:0-Sieg gegen Medvescak bedeutete für den HCD den Gruppensieg. Davos überstand in einem veritablen Geknorze nicht weniger als acht Boxplays gegen die bemühten, offensiv aber extremst ineffizienten «Kroaten», deren Kader aber fast durchwegs mit kanadischen Spielern bestückt ist. Im morgigen Halbfinal treffen die Davoser im Nachmittagsspiel auf den Sieger des heutigen Viertelfinals Ufa – Medvescak.

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