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Das Hotel «Aurora» erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Seit zwei Jahren steht das Hotel «Aurora» in Ardez leer. Am 1. Mai soll es endlich wieder belebt werden. Ziel der neuen Besitzerin ist es, das Haus wieder zum Dorftreffpunkt werden zu lassen.

Südostschweiz
14.03.13 - 01:00 Uhr

Von Fadrina Hofmann

Ardez. – Was passiert mit dem Hotel «Aurora»? Diese Frage beschäftigte in den vergangenen zwei Jahren die Bevölkerung von Ardez. Alle möglichen Gerüchte kursierten im Dorf. Vom Umbau zu Zweitwohnungen war die Rede und sogar als mögliches neues Asylheim wurde das Hotel am östlichen Dorfrand gehandelt. Nun ist Schluss mit den Spekulationen. Seit Mitte Februar gehört das Hotel Karin Gross, und sie möchte es am 1. Mai wieder eröffnen.

Zuletzt war das «Aurora» als Familienhotel und kindgerecht unter dem Namen «Muntanella» (Murmeltier) geführt worden. Doch dem damaligen Pächter war es wie vielen seiner Vorgänger auch ergangen: Das Hotel war nicht wie gewünscht gelaufen, und der Pächter hatte den Betrieb aufgegeben. Das Wort «Aufgeben» scheint im Leben von Gross nicht existent zu sein. Die neue Besitzerin des Hotels «Aurora» ist eine Frau der Visionen, wie sie selber sagt. Mit viel Enthusiasmus und Elan stellte die Quereinsteigerin aus dem Aargau gestern ihr Betriebskonzept den Medien- und Tourismusvertretern vor.

Zurück zum Ort der Feste und Feiern

Um es vorwegzunehmen: Das neue «Aurora» wird ein Garni mit À-la-carte-Restaurant. Als Koch konnte die ehemalige Chef-Buchhalterin eines grossen Familienbetriebs und Mutter von vier Kindern den Einheimischen Martin Stecher gewinnen. Während Gross zur Küche aber noch nichts verraten wollte, erzählte sie offen über ihre Beweggründe, dieses Hotel mit der schwierigen Vergangenheit zu kaufen. Nach Ardez gekommen ist die innovative Neu-Hotelière im Jahr 2010 mit dem Ziel, Wohnraum für Einheimische zu schaffen. Sie kaufte sich ein grosses altes Haus im Dorfkern, baute es um und vermietete die so entstandenen neuen Wohnungen an Einheimische. Doch damit nicht genug. Dank der Initiative von Gross gibt es neu eine Gewerbehalle in der Nähe des Bahnhofs. Schliesslich reiche nicht nur Wohnraum für ein belebtes Dorf, es brauche auch Arbeitsplätze, so ihre Auffassung.

Wohnraum und Arbeitsplätze sind beim Hotelprojekt ebenfalls zentrale Aspekte. Gross verfolgt aber noch ein drittes Ziel: Das «Aurora» soll wieder zu einem Treffpunkt für die einheimische Bevölkerung werden; zu einem Ort, wo Feste gefeiert werden, wo man zusammensitzen kann und vor allem wo live Musik gespielt wird. Unter anderem möchte die Gastgeberin in einem Raum im Kellergewölbe eine Plattform für junge Musiker aus der Region schaffen.

Ein grosses Ereignis für Ardez

In seiner Rede betonte Gemeindepräsident Jonpeider Strimer, dass das «Aurora» traditionell der Ort für Dorfveranstaltungen gewesen sei. Die Gemeinde habe immer grosses Interesse daran gehabt, das Angebot zu erhalten. Strimer ist überzeugt, dass das neue Betriebskonzept funktionieren wird. «Karin Gross hat sich in kurzer Zeit bei uns integriert, hat Romanisch gelernt und verschiedene Projekte erfolgreich auf die Beine gestellt. Die neue Besitzerin weiss, um was es geht», sagte er. Für Ardez sei die bevorstehende Wiedereröffnung ein grosses Ereignis. Im Dorf gibt es sonst nur noch ein weiteres Gasthaus.

Momentan stellt Gross noch ihr Team zusammen: Junge Einheimische werden bevorzugt, gerne auch Mütter im Teilzeitpensum. «Ich will ein motiviertes und flexibles Team und werde die Mitarbeiter dann auch am Gewinn beteiligen», erklärte die Hotelière. Die Umbauarbeiten werden erst zwischen Herbst und der Eröffnung der Wintersaison 2013/14 stattfinden.

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